Menschenbilder

Liselotte Adler-Kastner, Ärztin und Musikerin

Ein Leben zwischen Musik und Medizin in Edinburgh, London und Wien

1934 wird Liselotte Adler-Kastner in Wien geboren; wenige Jahre später, 1938, kommt sie mit ihren Eltern nach Schottland. Ihre Mutter Regine Kapeller-Adler hat den ersten chemischen Schwangerschaftstest erfunden und wird an die Universität Edinburgh berufen - diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Familie der nationalsozialistischen Diktatur entkommt, während die meisten Verwandten ermordet werden.

Liselotte Adler-Kastner wächst in Edinburgh auf, nach der Schulzeit folgt sie dem Vorbild der Eltern und studiert Medizin (auch ihr Vater ist Arzt). Ihre weitere große Leidenschaft gilt der Musik: Von ihrer Schulzeit bis heute spielt sie Cello, in Orchestern und kammermusikalisch. In den 1960er Jahren zieht Liselotte Adler Kastner mit ihrem Ehemann Georg und ihren Kindern für längere Zeit nach Wien - wo sie in der medizinischen Forschung tätig wird; die Arbeit als Ärztin scheitert an der Nichtanerkennung ihrer Ausbildung in Großbritannien.

Heute lebt Liselotte Adler-Kastner mit ihren Kindern und Enkelkindern in London. Mit Österreich verbinden sie - neben Bekannten und Freunden aus den Wiener Jahren - Akte der Erinnerung. Immer wieder stellt sie Gegenstände aus dem Besitz ihrer Familie für Ausstellungen zur Verfügung, und das Haus ihres Großvaters Simon Hacker in Bad Erlach ist heute ein Zeitgeschichtemuseum, das jüdisches Leben in Niederösterreich zeigt.

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