SALZBURG MUSEUM/HERBERT ROHRER
Betrifft: Geschichte
Homo Ludens
Spielzeug als Spiegel der Gesellschaft. Mit: Karin Rachbauer-Lehenauer, Leiterin des Spielzeugmuseums Salzburg.
16. April 2026, 15:55
Spielzeug begleitet die Menschheit seit ihren frühesten Anfängen und spiegelt auch die Lebenswelt der jeweiligen Epoche wider. Bereits in der Steinzeit fertigten Kinder aus Naturmaterialien wie Holz, Knochen oder Stein einfache Figuren und Miniaturwerkzeuge an. Diese frühen Spielzeuge dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Vorbereitung auf das Erwachsenenleben. In der Antike gab es bereits kunstvoll gestaltete Puppen, sowie Wagen und Tierfiguren aus Ton oder Holz. Bis zur Industrialisierung blieb Spielzeug handgefertigt und war stark vom sozialen Stand abhängig. Während wohlhabende Familien z.B. aufwendig geschnitzte Puppenhäuser oder Zinnsoldaten besaßen, spielten Kinder aus einfachen Verhältnissen mit selbstgemachten Gegenständen. Im Zuge der Industriellen Revolution veränderte sich die Spielzeugproduktion grundlegend. So entwickelte sich eine Spielwarenindustrie, die mechanische Spielzeuge, Blechfiguren und Eisenbahnen in großer Stückzahl herstellte. Nicht selbst gefertigte Spielzeuge wurden damit erstmals breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich. Im 20. Jahrhundert führten technische Innovationen zu einer enormen Produktvielfalt. Baukästen wie Lego oder detailreiche Modelleisenbahnen förderten Kreativität und technisches Verständnis. Gleichzeitig hielten Medienfiguren aus Film und Fernsehen Einzug ins Kinderzimmer und prägten ganze Generationen. Mit dem Aufkommen elektronischer Unterhaltung entstand eine neue Ära des digitalen Spielens.
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- Andreas Wolf
