Sympathy For The Devil: Mick Jagger und Keith Richards - The Rolling Stones, 1968

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Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

Mehr vom Wesentlichen

Glaube braucht Zeit und Wiederholung - Aspekte der Bibel +++ Gotteskünderinnen - Die Bibel und die Frauen, ein Großprojekt von Irmtraud Fischer +++ Weil das Böse erschreckend nah kommen kann - Gedanken zu "Sympathy For The Devil" +++ Mehr vom Richtigen - Der Psychiater und Psychotherapeut Michael Lehofer

Glaube braucht Zeit und Wiederholung - Aspekte der Bibel
(Johannes 21,1-14)

"Das war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war", so heißt es in jenem Text aus dem Johannesevangelium, der für katholische Gottesdienste am "Dritten Sonntag der Osterzeit" vorgesehen ist. Für die katholische Theologin Eva Puschautz beinhaltet die Passage Symbolkraft: Wird doch von der dritten Erscheinung vor sieben Jüngern erzählt und die Zahlen drei und sieben vermitteln Vollkommenheit. Alle, die dieser Text erreicht, so die Absicht des Autors, sollen sich von der Erfahrung der Jesus-Schüler berühren lassen. Und Glaube, meint Eva Puschautz, braucht Zeit und Wiederholung.


Gotteskünderinnen - Die Bibel und die Frauen, ein Großprojekt von Irmtraud Fischer

Sie kann als die Grande Dame der biblischen Frauenforschung in Österreich bezeichnet werden: Irmtraud Fischer, geboren 1957 in Bad Aussee. 1993 hat sie als erste Frau in Österreich eine katholisch-theologische Habilitation geschrieben. Irmtraud Fischer war Professorin für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an den Universitäten in Bonn und Graz. Mit Büchern wie "Gottesstreiterinnen", "Gotteskünderinnen" und "Gotteslehrerinnen" hat sie die Frauen-Figuren im Alten Testament einem bibelinteressierten Publikum nähergebracht. Vor kurzem hat sie ihr Lebenswerk vollendet: Für das internationale Forschungsprojekt "Die Bibel und die Frauen" hat sie 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen miteinander vernetzt. Das Projekt zeigt u.a. auf, dass Bibelstudium, also fromme wie kritische Lektüre und Interpretation biblischer Schriften, von jeher auch Frauensache war - wenngleich deren Gedanken und Ideen immer wieder in Vergessenheit geraten sind und die offiziell anerkannte christliche Tradition eine männliche war. Stefanie Jeller mit einem kleinen Einblick in das große Projekt "Die Bibel und die Frauen".


Weil das Böse erschreckend nah kommen kann - Gedanken zu "Sympathy For The Devil"

In den Wochen vor dem Eurovision Song Contest (ESC) thematisiert Lebenskunst Lieblingsmusikstücke verschiedener Menschen. Den Auftakt machen Gedanken des Bankmanagers Wolfgang Rachbauer. Der engagierte Katholik schreibt in seiner Freizeit Bücher. In seinem vierten und jüngsten Buch "Leben ohne Kompromiss - 30 Gedanken zwischen Leben, Glauben und Management" verknüpft er Textzeilen aus dreißig ihn prägenden Songs mit persönlichen Erfahrungen und Perspektiven aus seiner beruflichen Tätigkeit. Einer dieser Songs ist "Sympathy For The Devil" von den Rolling Stones, veröffentlicht 1968. Was es mit diesem Teufel auf sich hat? Wolfgang Rachbauer mutmaßt, dass der Teufel in jedem Menschen stecken kann, denn Gewalt und Unmenschlichkeit begleiten die Geschichte der Menschheit seit jeher. Wenn sich auch Zeiten und Orte ändern, bleibt das Böse doch erschreckend nah, ist Gegenwart. Es äußert sich auch in Menschen, die nicht als Täter im grellen Licht stehen, sondern in Leuten, die zögern, abwägen und Verantwortung von sich wegschieben. Also in jenen, die das Richtige erkennen - und sich dennoch für den bequemeren Weg entscheiden. Wolfgang Rachbauer möchte Augen und Ohren öffnen - und zu einem anderen, nicht immer bequemen, Weg einladen.


Mehr vom Richtigen - Der Psychiater und Psychotherapeut Michael Lehofer

Der bald 70-Jährige trägt Baskenmütze und runde Brillen. Eigentlich wollte der Grazer Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut Michael Lehofer katholischer Priester werden, doch die Atmosphäre, die in seinen jungen Jahren in der Kirche geherrscht hat, war ihm zu kalt, sagt er. So hat er eine andere seelsorgliche Ausbildung gemacht - und ist jetzt auch ärztlicher Direktor im Landeskrankenhaus Graz II. "Es ist schön, wenn man sich mit existenziellen Dingen beschäftigen darf", hält er fest. Und weil der erste Schritt für ein erfülltes Leben sei, Fragen zu stellen und damit das Wesentliche in den Blick zu nehmen, hat Ursula Unterberger Fragen an Michael Lehofer zusammengefasst.

Service

Wolfgang Rachbauer, "Leben ohne Kompromiss - 30 Gedanken zwischen Leben, Glauben und Management", Eigenverlag

Michael Lehofer, "Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen. Begegnung - Lebendigkeit - Liebe", Kneipp Verlag

Aspekte der Bibel

Sendereihe

Gestaltung