Rauchender Schlot, Lenzing

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Radiokolleg Spezial

Industriestandort Österreich (1)

Schwächelnde Gegenwart - Glorreiche Geschichte

Die Industrie steht unter Druck. Globale Unsicherheiten, hohe Energiekosten und der Fachkräftemangel setzen den rund 80.000 Produktionsbetrieben mit rund einer Million Beschäftigten zu. Wie wird es mit dem traditionsreichen Industrieland Österreich weitergehen?

Das Damoklesschwert über Lenzing
Die Lenzing AG stellt Fasern für Textilien her - und baut bis Ende 2027 etwa 600 Stellen am Stammsitz ab, was etwa jeden fünften Arbeitsplatz betrifft. Aufgrund von Verlusten, geringer Nachfrage und hohen Kosten werden Jobs ins Ausland verlagert. Das Damoklesschwert hängt tief über der Gemeinde Lenzing und seinen Bewohnern. Eine Reportage von Lukas Tremetsberger. (Langversion in Ö1 Moment um 15.30 Uhr, 27.4.)

Wie steht es um die österreichische Industrie?
Wie wirken sich hohe Energiepreise, hohe Lohnnebenkosten und viel Bürokratie auf den Standort aus? Welche Vorteile bringen soziale Sicherheit und gut ausgebildete Mitarbeiter:innen? Immerhin liegt die österreichische Industrieproduktion um 20 Prozent höher als noch vor 10 Jahren. Sabine Nikolay berichtet.


Am Anfang war die Wasserkraft: Österreichs Industrie von den Anfängen bis zum "Anschluss" 1938
Wolfgang Ritschl im Gespräch mit Ernst Bruckmüller, emer. Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien.
Die industrielle Revolution begann in Österreich nicht mit Dampf und Kohle, sondern mit Wasser und Mühlrädern an der Traisen und im Wiener Becken. In der Habsburgermonarchie bildete die Region Böhmen-Mähren-Wien das industrielle Herz, Brünn war als "mährisches Manchester" bekannt. Der Zerfall der Monarchie führte durch den Wegfall der wichtigsten Industrieregion zu Strukturkrisen.

Österreichs Industrie zwischen 1938 und 2026
Es war die NS-Kriegswirtschaft, die nach dem "Anschluss" 1938 massiv in den Industriestandort Österreich investiert hat. Von der späteren Voestalpine bis zur AMAG in Ranshofen, von Steyr-Daimler-Puch bis zur heutigen Borealis. Nach der Befreiung Österreichs ging praktisch die gesamte Grundstoffindustrie in Staatsbesitz über - ein staatswirtschaftliches Modell, das zum Rückgrat des Wiederaufbaus und des "Wirtschaftswunders" wurde.
Die Krise der Verstaatlichten in den 1980ern und die folgende Privatisierungswelle katapultierten Österreichs Wirtschaft in die Globalisierung. Heute ist die heimische Industrie durch eine hohe Exportorientierung und zahlreiche "Hidden Champions" geprägt - mittelständische Unternehmen, die in ihrem jeweiligen Segment in der Weltliga mitspielen. Ein Überblick von Günter Kaindlstorfer.

Jenseits der Schwerkraft
Rund 120 heimische Betriebe sind in der Weltraumindustrie tätig. Beyond Gravity Austria gilt als klassischer Hidden Champion der Raumfahrtindustrie. Stefan May besucht das Werk in Berndorf (NÖ), wo in Reinräumen mit höchsten Sauberkeitsstandards High-Tech-Komponenten für Satelliten und Trägerraketen produziert werden.

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