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Radiokolleg Spezial
Industriestandort Österreich (2)
De-Industrialisierung - ein Dauerzustand?
28. April 2026, 09:05
41% der heimischen Industriebetriebe haben schon Teile ihrer Wertschöpfungskette aus Österreich abgezogen - Tendenz steigend. Leben wir im Zeitalter der De-Industrialisierung oder wird die Krise betont, um politische Forderungen durchzusetzen?
Eisenerz. Eine Region sucht nach neuer Identität
Aufgrund von Stahlkrise und Automatisierung arbeiten heute statt 4000 Menschen in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts nur noch 230 Menschen am Erzberg in der Steiermark. Stefan May hat die Region besucht und berichtet, was inmitten der verwaisten Arbeitersiedlungen, verlassenen Gebäuden und stillgelegter Infrastrukturen, an neuen Initiativen und Unternehmungen entsteht.
Der Fabriksarbeiter als politischer Mythos
Die Industrie war seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert eine wesentliche Produktivkraft in der gesamtgesellschaftlichen Ökonomie. Darüber hinaus war sie aber immer auch Symbol, Mythos und Metapher, etwa wenn man an die sowjetischen "Helden der Arbeit" nach dem Vorbild Stachanows denkt. Und in jüngster Zeit hielt es US-Präsident Donald Trump für angemessen, Arbeiter/innen im Rustbelt um Pittsburgh zu besuchen, um sich ihre Wählerstimmen zu sichern - auch wenn er ihnen dann doch wieder nur den Stinkefinger zeigte. Ein Essay von Thomas Mießgang.
Die Verstaatlichte war nicht zu retten - Rudolf Streicher blickt zurück
Rudolf Streicher hat Österreichs Industriegeschichte mitgeprägt wie wenige andere. Als Vorstandsvorsitzender der verstaatlichten "Ranshofen-Berndorf-AG" sowie der "Steyr-Daimler-Puch-AG" trug er in den 1980er Jahren wesentlich zur strategischen Neuausrichtung der Konzerne bei. Bundeskanzler Franz Vranitzky berief den Manager 1986 zum "Minister für Verkehr und öffentliche Wirtschaft" - eine Position, in der Rudolf Streicher schmerzhafte Entscheidungen zu treffen hatte. Das Gespräch führt Günter Kaindlstorfer
Wege aus der De-industrialisierung
Sehr lange brummte der Motor der Textilindustrie in Vorarlberg. Doch in den 1980er Jahren verblich der Industriezweig: Lohnerhöhung führten zu Kostendruck und Preisanstieg, die Konkurrenz aus Billiglohnländern wie Indien, China oder Bangladesch gewann die Oberhand. Doch wo Gefahr ist, wächst - gelegentlich - das Rettende auch: Der Industriestandort Vorarlberg reüssiert dank innovativer Ideen und Flexibilität. Thomas Mießgang hat sich auf die Suche gemacht.
Was kommt nach der Katastrophe?
Als der Elektrotechnik-Konzern ATB sein Werk im steirischen Spielberg schloss und die 400 Beschäftigten kündigte, saß der Schock tief. Etwa bei jener Familie, die in der TV-Sendung "Am Schauplatz" erzählte, was das heißt: Wenn er und sie plötzlich arbeitslos sind - und alle Zukunftspläne durchkreuzt sind. Jonathan Scheucher fragt nach, wie es danach weiterging. (Langversion in Ö1 Moment um 15.30 Uhr, 28.4.)
Eine Kooperation von Ö1 Radiokolleg & Ö1 Moment
