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Tonspuren
Schreiben gegen die Mafia
Noch lange vor Roberto Saviano ("Gomorrha") schrieb der Schriftsteller Leonardo Scascia über das organisierte Verbrechen in Italien. Seine Bücher über die sizilianische Mafia, die Korruption im römischen Parlament und die Zersetzung der bürgerlichen Gesellschaft stellen ihn in eine Reihe mit Italo Calvino und Pier Paolo Pasolini.
5. Mai 2026, 16:05
Es waren nicht einfach "Kriminalromane" mit denen der 1921 geborene Literat der italienischen Gesellschaft den Spiegel vor hielt. Leonardo Sciacias erster Roman "Der Tag der Eule" erschien 1961 und hatte in Italien und international mit fast einer Million verkaufter Exemplare einen durchschlagenden Erfolg.
Das hatte noch kein Schriftsteller zuvor gewagt: einen Roman über die Sizilien immer stärker dominierende organisierte Kriminalität zu schreiben und mit dem Wort "Mafia" deutlich zu benennen. Der "Tag der Eule" gilt als Urform des Mafia-Romans. Ein Buch, mit dem eigentlich schon alles gesagt ist. Auch wenn sich das Phänomen der Mafia verändert hat, werden Sciascias raffinierte Romane weiter gelesen.
Aufklären über die Mafia
Der Schriftsteller Leonardo Sciascia
Feature von Regine Igel
(WDR 2019)
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