Händedesinfektionsmittel

DPA/Maja Hitij

Am Puls - Gesundheit und Medizin

Eine Hand wäscht die andere

Zum Inklusionstag: Angestellte mit Behinderungen im Gesundheitswesen ++ ++ Braunes Fett schützt vor Herzinfarkt ++ Schutz bei Arbeiten in der Sonne ++ Live Am Puls - Sprechstunde: Internationaler Tag der Handhygiene | Zu Gast: Ojan Assadian, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie; Johannes Culen, Generalsekretär Semmelweis Foundation | Moderation: Maria Harmer | Redaktion: Ronny Tekal | Anrufe 0800 22 69 79 | E-Mail: ampuls@orf.at

Klein aber gemein - Krankenhauskeime und die Bedeutung der Händehygiene

Fünf Finger an jeder Hand: der 5.5. wird auf Anregung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) "World Hand Hygiene Day" begangen und soll die Bedeutung der Händehygiene weltweit ins Bewusstsein rücken. Denn so banal es auch klingt, gehört das richtige Reinigen der Hände zu den wichtigsten Infektionspräventionsmaßnahmen. Daran hat sich seit Ignaz Semmelweis nicht viel geändert. Mitte des 19. Jahrhunderts führte er im Wiener Allgemeinen Krankenhaus die obligatorische Händedesinfektion ein - übrigens zum Unmut der ärztlichen Kollegenschaft - und konnte damit die Müttersterblichkeit im Kindbett drastisch reduzieren.

Dennoch infizieren sich alljährlich zehntausende Patientinnen und Patienten alleine in Österreich im Zuge medizinischer Behandlungen mit sogenannten nosokomialen Keimen, den "Spitalskeimen". Laut OECD sind 5 Prozent der im Krankenhaus behandelten Personen betroffen. Als besonders kritisch gelten antibiotikaresistente Erreger, die lebensbedrohliche Komplikationen verursachen können. Mit bis zu 5.000 Todesfällen sterben in Österreich jährlich rund zwölfmal mehr Menschen an den Folgen solcher Infektionen als im Straßenverkehr. Dabei wären viele dieser Fälle durch konsequente Händehygiene vermeidbar. Die Ursachen für unzureichende Händehygiene liegen selten im fehlenden Wissen, sondern vielmehr in strukturellen Herausforderungen wie Zeitdruck, Personalmangel und fehlenden verbindlichen Standards.

Im Alltag ist gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife meist ausreichend, doch im Gesundheitswesen gelten andere Standards und eine akkurate alkoholische Händedesinfektion kann die Übertragung von Krankheitserregern verhindern und letztlich über Leben und Tod entscheiden.

Maria Harmer spricht mit ihren Gästen über die Relevanz von Händehygiene im Gesundheitsbereich und die Fallstricke bei der Umsetzung in Österreich.

Gäste im Studio

Ojan Assadian
Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, Ärztlicher Direktor Universitätsklinikum Wiener Neustadt / Hochegg

Johannes Culen
Generalsekretär der Semmelweis Foundation


Gesundheitswesen inklusiv

Der 5. Mai ist nicht nur der Tag der Händehygiene, sondern auch der Inklusionstag, bzw. der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Es geht um das Recht auf berufliche Teilhabe, die als eine der zentralsten Elemente für eine inklusive Gesellschaft gesehen wird. Das österreichische Behinderteneinstellungsgesetz schreibt vor: Unternehmen ab 25 Beschäftigten müssen pro 25 Mitarbeitenden eine begünstigte behinderte Person einstellen. Wer diese Quote nicht erfüllt, hat eine sogenannte Ausgleichstaxe zu zahlen.

Laut einer Analyse der wirtschaftspolitischen österreichischen Denkfabrik Momentum erfüllen allerdings rund drei Viertel der Betriebe ihre gesetzliche Beschäftigungspflicht nicht. Ein heikler Bereich ist das öffentliche Gesundheitswesen, wo besonders hohe Anforderungen an die Beschäftigten und eine große Verantwortung gefordert sind. Dennoch arbeiten im Wiener Gesundheitsverbund rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu den begünstigten behinderten Menschen zählen, also einen Behinderungsgrad von 50 Prozent oder mehr aufweisen. Ihnen stehen gewisse Vorteile am Arbeitsplatz zu, wie etwa ein erhöhter Kündigungsschutz oder Förderungen für eine Arbeit oder eine Ausbildung. Helene Keclik hat sich angesehen, wie eine gelungene Inklusion im Gesundheitswesen funktionieren kann.

Interviewpartner:

Stephan Simek, Behindertenvertrauensperson, Wiener Gesundheitsverbund WIGEV
Roland Teufel, begünstigt behinderter Mitarbeiter, Therapiezentrum Ybbs


Neue Studie: Braunes Fett schützt Gefäße

Das braune Fettgewebe fasziniert die Wissenschaft. Denn im Gegensatz zum weißen Fett verbraucht braunes Fett Energie. Es kann durch niedrige Temperaturen aktiviert werden und begünstigt das Abnehmen, "Kalorienkiller aus der Kälte" wird es deshalb auch genannt - und es kann die Arterien schützen, wie eine aktuelle Studie der Medizin Uni Wien zeigt.

Interviewpartner: Florian Kiefer, MedUni Wien


Rubrik "Eine Frage noch"

Arbeiten im Freien: Wie schütze ich mich gegen UV-Strahlung?
Die Antwort gibt Verena Rappold,
Arbeitsmedizinerin bei der AUVA Tobelbad, Steiermark
Interview: Norbert Peter

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