Im Gespräch

Mirjam Zadoff, Historikerin und Schriftstellerin

Im Gespräch mit Andreas Obrecht

Mirjam Zadoff gehört zu den ersten Trump-Flüchtlingen. Zwischen 2014 und 2019 war sie Professorin für Jüdische Studien und Geschichte an der Indiana University Bloomington. Im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten waren die Veränderungen durch die neue Präsidentschaft ab 2017 heftiger zu spüren als an den Küsten, sagt die 1974 in Innsbruck geborene Historikerin. Aus einer ehemals weltoffenen liberalen Universität wurde ab 2024 ein "republikanischer MAGA-Vorzeigecampus". Hunderte Studienprogramme, vor allem in den Sozial- und Geisteswissenschaften, sowie in den Bereichen Diversität und Inklusion sind mittlerweile geschlossen. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland leitet Mirjam Zadoff das NS-Dokumentationszentrum in München und hat soeben ein Buch veröffentlicht, das Mut machen will: In "Wie wir überwintern" appelliert sie an uns, trotz der destruktiven Geschehnisse in der Welt, solidarisch, emphatisch und optimistisch zu bleiben. Es kann lange dauern, bis die Zeiten wieder besser werden, meint Mirjam Zadoff - darauf können wir freilich nicht warten: Wir sollten jetzt aktiv werden, ungewohnte Allianzen schmieden, unsere Türen weit öffnen, gemeinsam feiern, aber auch trauern. Und uns die Begeisterung fürs Leben nicht nehmen lassen.

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  • Birgit Dalheimer