Mädesüß

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Vom Leben der Natur

Die grüne Apotheke

Der Pharmazeut Fabian Malfent spricht im
Arzneipflanzengarten der Universität Wien über die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe im Mädesüß.

Im Arzneipflanzengarten des Departments für Pharmazeutische Wissenschaften, Division für Pharmakognosie, werden rund 120 verschiedene Arznei-, Gift- und Nutzpflanzen kultiviert. Sie dienen als Anschauungsmaterial für Studierende und liefern Probenmaterial für Praktika der pharmazeutischen Ausbildung.

Wer den Arzneipflanzengarten im 9. Wiener Gemeindebezirk betritt, steht auf einer dünnen Erdschicht über einer Tiefgarage - und gleichzeitig mitten in der Geschichte der Medizin. Auf rund 300 Quadratmetern wachsen hier Pflanzen, deren Inhaltsstoffe die Grundlage moderner Arzneimittel bilden.

Pharmakognosie ist die Wissenschaft von Arzneipflanzen und Naturstoffen. Sie beschäftigt sich mit ihrer Identifizierung, Analytik und Anwendung. Die Wirkstoffe werden aus Naturstoffen isoliert, chemisch verändert und als Arzneimittel verwendet. Den Anfang machte das Morphin: 1805 isolierte der deutsche Apotheker Wilhelm Friedrich Sertürner aus dem Schlafmohn den ersten pflanzlichen Wirkstoff überhaupt - benannt nach Morpheus, dem griechischen Gott des Schlafes.

Dieses Prinzip - Naturstoff extrahieren, verstehen, optimieren - zieht sich durch alle Pflanzen im Garten. Heute stellt sich die Forschung neue Fragen: Sind es überhaupt die Pflanzen selbst, die bestimmte Wirkstoffe produzieren - oder sind es Endophyten, also Mikroorganismen, die in ihnen leben? Am Department für Pharmakognosie wird genau das untersucht. Die Pflanze ist der Ausgangspunkt, die Forschung dazu geht weit über den Garten hinaus.

Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Service

Gesprächspartner:
Mag. pharm. Dr. Fabian Malfent
Vorstandsmitglied in der österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie

Arzneipflanzengarten

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