Schnittblumen

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Punkt eins

Schnittblumen: Das Geschäft blüht

Gibt es den ökologischen, nachhaltigen, fairen Blumenstrauß? Gäste: Assistenzprofessor Dr. Johannes Balas, Institut für Gartenbau, Universität für Bodenkultur, Wien & Johannes Käfer, Gärtnereibetreiber, Gresten, Niederösterreich. Moderation: Xaver Forthuber. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Gärtner:innen und Florist:innen im ganzen Land haben derzeit alle Hände voll zu tun. Der kommende Muttertag ist neben dem Valentinstag die Hauptgeschäftszeit für Schnittblumen. Von den durchschnittlich 60 bis 70 Euro, die pro Kopf und Mutter zu diesem Anlass in Österreich ausgegeben werden, entfällt der größte Teil auf den traditionellen Blumenstrauß. Woher kommt die ganze Pracht? Zum Großteil nicht aus Österreich, außer man schaut bewusst darauf. Auch die Niederlande, traditionell und nach wie vor der Weltmarktführer, können offenbar nicht die gesamte europäische Nachfrage decken. Viele Muttertagsgrüße stammen daher aus afrikanischen Ländern, wo Schnittblumen in großem Stil produziert werden - allerdings meist unter prekären Arbeitsbedingungen. Vor allem bei Rosen verlagert der Preisdruck die Produktion seit geraumer Zeit in den globalen Süden, heißt es.

Auch der Einsatz von Pestiziden steht immer wieder in der Kritik: Die NGO Global 2000 hat zum wiederholten Mal ganze "Cocktails" aus bedenklichen Chemikalien auf Blumensträußen nachgewiesen. Darunter Spritzmittel, die in der europäischen Produktion gar nicht zugelassen wären. Der europäischen Nachfrage tut dies keinen Abbruch. Frische, gerne auch exotische Blüten sollen unsere Vasen zieren, "natürlich" ohne Spuren oder auch nur Rückstände von Schädlings- oder Pilzbefall. Können sie dann auch noch ökologisch, nachhaltig produziert und fair gehandelt sein? Einheitliche, verlässliche Zertifizierungen und Gütesiegel gibt es derzeit nicht. Als Gegengewicht zur globalen Industrie hat sich schon vor Jahren eine "Slow-Flowers-Bewegung" gebildet. An den Marktverhältnissen ändert das nicht viel.

Woher kommt die vergängliche Schönheit, die auch dieses Wochenende wieder zahlreiche Frühstückstische zieren wird? Was ist dran an den Bedenken über Ausbeutung, Gefährlichkeit, Transportwege? Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf Standorte und Produktionsvolumen? Wie produzieren österreichische Gärtner:innen, woran erkennt man Qualität - und gibt es Alternativen? Xaver Forthuber spricht mit dem Boku-Forscher Johannes Balas, der unter anderem auf Zierpflanzen und Sozioökonomie des Gartenbaus spezialisiert ist, und mit dem niederösterreichischen Gärtner Johannes Käfer, der nicht nur Blumen verkauft, sondern auch in Kolumnen, Vorträgen und Medien Garten-Wissen verbreitet. Reden Sie mit: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

Sendereihe

Gestaltung

  • Xaver Forthuber

Playlist

Untertitel: Joe Burke & Al Dubin
Titel: Tip Toe Through the Tulips (Rerecorded)
Ausführende: Tiny Tim
Label: K-tel

Untertitel: Hans-Georg Moslener
Titel: Rosen für Mama
Ausführende: Jonny Hill
Label: RCA Victor

Untertitel: Ryan Lott
Titel: Flowers
Ausführende: Son Lux
Label: Anticon

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