Friedrich Merz

APA-IMAGES/DPA/ROLF VENNENBERND

Europa-Journal

Deutschland, Bosnien, Montenegro, Schweiz

Deutschland: Die Grenzen der Diplomatie +++ Bosnien: Späte Ermittlungen +++ Montenegro: Ein gelungener Systemwandel? +++ Schweiz: Wenn der Milchmarkt überläuft

Deutschland: Die Grenzen der Diplomatie

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz war lange Zeit um gute Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump bemüht. Doch mit kritischen Äußerungen zum Iran-Krieg hat Merz den Zorn Trumps auf sich gezogen. Es folgten scharfe verbale Attacken des US-Präsidenten sowie die Ankündigung des Verteidigungsministeriums, tausende US-Soldatinnen und US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Auch eine geplante Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern zur Abwehr eines möglichen russischen Angriffs soll vorerst ausgesetzt werden. Hätte sich der deutsche Bundeskanzler diplomatischer ausdrücken sollen, oder ist offene Kritik an Donald Trumps Politik durch europäische Verbündete überfällig? Und unternimmt Deutschland genug, um in der Verteidigungspolitik auf eigenen Beinen zu stehen? Andreas Pfeifer, Leiter des ORF-Büros in Berlin, ordnet den diplomatischen Drahtseilakt ein.


Bosnien: Späte Ermittlungen

Mehr als 11.500 Menschen wurden während der Einkesselung Sarajevos von 1992 bis 1995 durch serbische Belagerer getötet. Viele Menschen fielen Scharfschützen zum Opfer. Doch nicht nur Soldaten und Söldner sollen an diesen Gräueltaten beteiligt gewesen sein: Nach Recherchen soll es Hinweise darauf geben, dass wohlhabende Westeuropäer hohe Summen bezahlt haben könnten, um auf Zivilistinnen und Zivilisten zu schießen. Korrespondent Christian Wehrschütz ist diesen Vorwürfen nachgegangen - auch jenen, wonach der heutige serbische Präsident Aleksandar Vucic in diese sogenannte "Menschenjagd" verwickelt gewesen sein soll. Vucic weist die Anschuldigungen zurück.


Montenegro: Ein gelungener Systemwandel?

Mit seinen rund 600.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Montenegro das kleinste Land in der Region. Es gilt inzwischen als aussichtsreichster Kandidat für die nächste EU-Erweiterung. Mehr als dreißig Jahre lang regierte jedoch Milo Dukanovic mit seiner sozialdemokratischen Partei. Kritiker haben Dukanovic Korruption, Klientelwirtschaft und eine Nähe zum organisierten Verbrechen vorgeworfen. Ab 2020 übernahm die Opposition die Kontrolle im Parlament und versprach einen Systemwandel. Ob der tatsächlich gelungen ist und was die EU-Annäherung bisher gebracht hat, berichtet aus Montenegro Matthias Humpelstetter.


Schweiz: Wenn der Milchmarkt überläuft

Die Schweizer Milchindustrie erlebt Rekordmonate: Reichhaltiges Futter durch gutes Wetter lässt die Kühe so viel Milch geben wie selten zuvor. Doch die Überproduktion drückt die Preise und bringt viele Milchbauern in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Gleichzeitig importiert die Schokoladenindustrie weiterhin Milchpulver aus dem Ausland. Korrespondentin Bettina Prendergast hat mit Landwirten über die Lage gesprochen.

Moderation: Miriam Beller

Service

Podcast abonnieren

Sendereihe