Lesender Mensch an der Spree in Berlin

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Dimensionen

Netzwerk ohne Nähe

Die Spielregeln der Einsamkeitsökonomie

Noch nie war es so einfach, ständig mit anderen verbunden zu sein - und gleichzeitig fühlen sich immer mehr junge Menschen einsam. Während soziale Isolation in vielen Industriestaaten zunimmt, hat das Internet eine Persönlichkeitsökonomie fabriziert. Vor allem auf Social Media richtet sich das Marketing an Einzelne und digitale Angebote basieren auf der Illusion von Nähe, die Influencer, Podcaster und Streamer zwischen sich und ihrem Publikum erzeugen. Intimität wird so in einen ökonomischen Wert verwandelt. Während sozial isolierte Menschen tendenziell mehr Zeit online verbringen und mehr konsumieren, schwächen steigende Lebenserhaltungskosten und unsichere Arbeitsbedingungen stabile soziale Verbindungen. Gleichzeitig sind einsame Menschen anfälliger für radikale Inhalte, und die zunehmende Vereinzelung schwächt die Demokratie. Einsamkeit wird zum politischen und ökonomischen Faktor.

Gestaltung: Anika Haider

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