Lebenskunst - Begegnungen am Feiertag
Hinter dem Sichtbaren
Von der größeren Wirklichkeit - Aspekte der Bibel +++ Ewige Ruhe und/oder unendliches Fest - Abt Bernhard Eckerstorfer über den Himmel +++ Zeichen, das bleibt - Die schwebenden Kreuze im Wiener Stephansdom +++ "Inspired by Music" - Musik als Lebenskunst
14. Mai 2026, 07:05
Von der größeren Wirklichkeit - Aspekte der Bibel
(Apostelgeschichte 1,1-11)
Die sogenannte "Apostelgeschichte" im Neuen Testament der Bibel beginnt dort, wo das Lukasevangelium aufgehört hat: War bei Lukas davon zu lesen, was Jesus aus Nazareth getan und gelehrt hat - bis zu dem Tag, "in dem er in den Himmel aufgenommen wurde", so schildert die Apostelgeschichte noch einmal die Entrückung Jesu, um danach vom Leben seiner Schüler, der Apostel, zu berichten. Die Erzählung von dieser "Himmelfahrt" beendet die Erscheinungen Jesu - und die Aufnahme in die Gott symbolisierende Wolke versinnbildlicht seinen endgültigen Eintritt in göttliche Herrlichkeit, so die theologische Deutung. Der biblische Text ist für katholische Gottesdienste am Feiertag "Christi Himmelfahrt" vorgesehen. Gerhard Langer, katholischer Theologe und Judaist, deutet den Text insofern, als dass hinter Sichtbarem eine größere und bedeutendere Wirklichkeit spürbar werden kann, die Hoffnung und Zuversicht gibt.
Ewige Ruhe und/oder unendliches Fest - Abt Bernhard Eckerstorfer über den Himmel
Welche Bilder des Himmels haben Menschen, wonach sehnt sich die menschliche Seele wirklich? Und von welchen Klischees könnte man sich verabschieden? Fragen wie diese thematisiert der 1971 in Linz geborene Abt des Benediktinerstifts Kremsmünster, Bernhard Eckerstorfer, in seiner Predigtreihe über den Himmel. "Was erwartet uns?", so ihr Titel, hat im Jänner begonnen und dauert noch bis Dezember. Er möchte damit einladen, den Himmel neu zu entdecken - nicht als fernen Ort, sondern als leise, tragende Gegenwart und als Ziel menschlicher Suche, sagt Abt Bernhard Eckerstorfer. Im Gespräch mit Maria Harmer führt der Benediktiner auch aus, dass man "mit den Füßen auf der Erde und mit dem Herzen im Himmel" leben kann und es versuchen sollte.
Zeichen, das bleibt - Die schwebenden Kreuze im Wiener Stephansdom
Anfangs gemeinsam mit Pfingsten gefeiert, wird "Christi Himmelfahrt" schon seit dem 4. Jahrhundert - gemäß der Chronologie des Lukas - am 40. Tag nach Ostern begangen. 40, das bedeutet in der biblischen Sprache einfach "viel" und symbolisiert oft einen Wendepunkt - in dem Fall den Übergang in eine göttliche Dimension. Die Präsenz Christi, so eine theologische Deutung, sei nun unsichtbar, aber bleibend.
"Das Kreuz - das Zeichen, das bleibt" ist der Titel einer Schau im Wiener Stephansdom: 77 Kreuze schweben noch bis 7. Juni über den Betrachtenden. Geschaffen waren sie von dem im Dezember 2025 verstorbenen österreichischen Avantgardekünstler Arnulf Rainer (1929-2025) worden. Kurz vor seinem Tod hatte dieser seine zunächst erteilte Zustimmung zur Schau im Dom widerrufen. Er wollte nicht als "Kirchenkünstler" gesehen werden, hieß es, und wehrte sich gegen eine Vereinnahmung durch die katholische Kirche. Dompfarrer Toni Faber aber bekundete, man habe sich in der "schwierigen Situation" dazu entschieden, die Ausstellung "genau so durchzuführen, wie sie geplant war, und die 77 Werke mit großer Freude zu präsentieren". Allesamt stammen sie aus der Kunstsammlung des Unternehmers Werner Trenker. Gundi Lamprecht hat die "schwebenden Kreuze" auf sich wirken lassen und mit Dompfarrer Faber, mit Kunstsammler Trenker - und mit der Kunsthistorikerin Gretchen Simms darüber gesprochen.
"Inspired by Music" - Musik als Lebenskunst
Kurz vor dem großen Finale des Eurovision Song Contest am 16. Mai 2026 mit dem Motto "United by Music" fragt Kerstin Tretina Kolleginnen und Kollegen nach unvergesslichen Momenten "Inspired by Music". Zu Wort kommt diesmal Alexandra Mantler, die sich das Finale der Rockoper "Tommy" von The Who ausgesucht hat. In der Geschichte von Tommy wird die Sehnsucht nach innerer Befreiung ausgedrückt, so Alexandra Mantler - und die Erfahrung, dass es "innen drin eine unzerstörbare Stärke und Kraft gibt, die man immer wieder ausgraben kann".
