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Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

Heiliger Frühling in Wien

Der "Ich-bin-da" - Aspekte der Bibel +++ Heiliger Frühling an der Donau - Gedanken zu den Wiener Festwochen +++ Nicht ausschließen, sondern willkommen heißen - Das Credo des Londoner Kardinals Timothy Radcliffe +++ Eigenständig und unabhängig - Eine Ikone der Popkultur wird 80

Der "Ich-bin-da" - Aspekte der Bibel
(Johannes 17, 1-11a)

Um den Gottesnamen geht es unter anderem in einer jener Bibelstellen, die am "Siebenten Sonntag der Osterzeit" (heuer der 17. Mai) - also am letzten Sonntag vor Pfingsten - für katholische Gottesdienste vorgesehen sind. Der in der Hebräischen Bibel nur mit vier Buchstaben geschriebene Gottesname, transkribiert: JHWH, das "Tetragramm", mag so viel wie "Ich bin der Ich-bin-da" bedeuten - oder prozesshaft: "Ich bin da als der, der ich für euch da sein werde - für immer." Auf diesen Gottesnamen bezieht sich Jesus aus Nazareth in der Textpassage im Johannesevangelium, zu der sich die katholische Theologin und Religionssoziologin Regina Polak Gedanken gemacht hat.


Heiliger Frühling an der Donau - Gedanken zu den Wiener Festwochen

Es würde dem Menschlichen etwas fehlen, gäbe es nicht etwas Göttliches, und wäre das Göttliche nicht auf das Menschliche bezogen, dann wäre es sinnlos. Das jedenfalls meint der Intendant der Wiener Festwochen, Milo Rau. Ihr diesjähriges Motto: Republic of Gods. Und diese "Republic of Gods", so heißt es im Programmbuch, ruft "einen ,Heiligen Frühling' aus, eine mythische Feier der Gotteskritik und der Gottessehnsucht".

Die Produktionen beginnen am 15. Mai, das große Eröffnungsfest wird am 22. Mai auf dem Wiener Heldenplatz zelebriert. Bis zum 21. Juni wird in Wien während der 168 Vorstellungen weiter gedacht, gespielt; es wird Unerhörtes - zwischen Himmel und Erde - gehört und debattiert. So gesehen eine Chance, mutmaßt der Journalist und Schriftsteller Herbert Maurer. Lädt doch die "Heilige Republik" zum profanen Hochamt, zur Party und zum kritischen Diskurs an der Donau.


Nicht ausschließen, sondern willkommen heißen - Das Credo des Londoner Kardinals Timothy Radcliffe

Alljährlich am 17. Mai wird der "Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit" begangen, ein Anlass für Lebenskunst an diesem Tag den englischen Kardinal Timothy Radcliffe zu porträtieren. Der hochrangige Vertreter der römisch-katholischen Kirche hat schon vor Jahren die Nähe zu Menschen dieser häufig ausgegrenzten Gruppen gesucht. Kardinal Radcliffe ist ein Meister des Formulierens, daher auch ein angesehener und gefragter Autor und Redner. Und nicht nur mit seiner Forderung, Frauen zu Diakoninnen zu weihen, sondern eben auch mit seinen Aussagen zur Homo- sowie zur Transsexualität, hat der aus einer britischen Adelsfamilie stammende Dominikanerpater Aufsehen erregt. Peter Beringer hat Timothy Radcliffe interviewt, Maria Harmer fasst zusammen.


Eigenständig und unabhängig - Eine Ikone der Popkultur wird 80

Demnächst, am 20. Mai, wird sie unglaubliche 80: Cher, eigentlich Cheryl Sarkisian, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin, väterlicherseits armenischer Herkunft. Durch ihr Auftreten und Wirken in Musik, Film und Fernsehen wurde sie zu einer Ikone der Popkultur, die immer Wert auf Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gelegt hat. Zuflucht und spirituelle Stütze inmitten des Rampenlichts soll ihr der Buddhismus bieten. Sie gilt als Schülerin des tibetischen Meditationsmeisters Chökyi Nyima Rinpoche.

Was die österreichische Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand an ihr fasziniert, ist freilich das: "Eine Frau, die trotz aller Umstände sie selbst bleibt. Eine Ikone, von der ich erst später begriff, dass, wenn sie in diesen durchsichtigen Outfits tanzte, es nicht für den männlichen oder irgendeinen Blick tat. Sie tat es für sich, weil ihr diese Bodysuits mit schwarzen Tangas gefielen - wie ein Kind, das sich das unmöglichste Kleidungsstück aus dem Schrank der Mutter fischte, um damit Spaß zu haben. Ein Leben nach eigenen Regeln halt. Ohne Wenn und Aber." Für Lebenskunst hat Solmaz Khorsand eine Hommage an Cher verfasst.

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