Spielräume Spezial
3 x Frauenpower
Die Musikerinnen Monika Roscher, Josephine Davies und Clarissa Forster
17. Mai 2026, 17:10
Drei Jahre, drei Alben und drei Bandleaderinnen und Komponistinnen die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch vereint sind in ihrem starken Ausdruck, ihrer Passion und Kreativität.
Die preisgekrönte Big Band rund um Komponistin, Gitarristin und Sängerin Monika Roscher legte 2025 mit "Witchy Activities - live" ein neues Album vor. So viel sei zuvor gesagt: Roscher wurde nicht umsonst vom renommierten US-amerikanischen Musikmagazin "DownBeat" bereits zwei Mal in der Kategorie "Rising Star" angeführt. Der Sound des Orchesters ist ab dem ersten Ton überwältigend, aufregend und zieht das zuhörende Ohr wie ein Sog hinein in die elektrisierenden Klangwelten der 2011 in München gegründeten progressive Big Band. Die Band ist bekannt für ihre extravaganten, genreübergreifenden Liveauftritte die stilistisch irgendwo zwischen Jazz, Rock, Metal, Avantgarde Pop oder außerirdischem Big Band Sound liegen. Ebenfalls in Großbesetzung tritt das Enso Ensemble von Josephine Davies in Erscheinung - musikalisch schlägt es allerdings in eine ganz andere Kerbe. Einen einzigen Pinselstrich braucht es, um den Enso Kreis zu zeichnen, ein Zen Buddhistisches Symbol das Teil einer meditativen Praxis ist. Nach ihm, ist auch das 17-köpfige Ensemble benannt, für das Josephine Davies die Suite "The Celtic Wheel of the Year Suite" geschrieben hat. Die Komponistin und Bandleaderin streckt auf dem gleichnamigen Album ihre Flügel aus in Richtung keltische Mythologie. 8 Sätze hat die Suite, wobei jeder Satz von einer ganz besonderen Zeit im Jahr inspiriert ist - von der Dunkelheit des Winters bis zum Neuerwachen im Frühling, der Erntezeit oder dem Sonnenaufgang. Josephine Davis, die bereits als composer-in-residence für das London Jazz Orchestra ihr Können beweisen durfte, hat mit "The Celtic Wheel of the Year Suite" ganz klar einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere erreicht. Ausdrucksstark kommt auch die Musik von Sängerin und Komponistin Clarissa Forster daher, die mit ihrem Debütalbum "Into the blue" aufhorchen lässt. Sie bewegt sich mit ihrer Band zwischen Tradition und zeitgenössischem Jazz und hat dabei auch keine Angst vor atmosphärischen Klangräumen oder kleinen Pop-Allüren die sich sehr homogen in ihre Musik einfügen. Neugierig erkundet sie die unterschiedlichen Rollen, die Stimme im Ensemblegefüge einnehmen kann. Dabei hilft auch die Balance zwischen offenen Formen und ausgearbeiteter Kompositionsstruktur.
Sendereihe
Gestaltung
- Katharina Osztovics
