Rosalía, 2018

AP/AITOR LOPEZ DE AUDICANA

Radiokolleg

Rosalía: Pop-Visionärin und Grenzgängerin (2)

"El Mal Querer" und der Einstieg in den Pop

Mit ihrem zweiten Album "El Mal Querer" macht Rosalía erstmals außerhalb der Flamenco-Welt großspurig Schlagzeilen. Das Album ist das Abschlussprojekt ihres Musikstudiums an der ESMUC, der katalanischen Hochschule für Musik, könnte von der klassischen Flamenco-Tradition aber kaum weiter entfernt sein. Sie bleibt dem Genre etwa in Melodie und Rhythmus treu, macht es für ein Pop-Publikum aber neu erfahrbar. Gemeinsam mit Produzenten El Guincho übernimmt die katalanische Musikerin Sample-Traditionen aus dem Hip-Hop, Flamenco-Ikonen wie Lole y Manuel werden von ihr genauso referenziert wie 00er Popstar Justin Timberlake. Die Produktionen schwanken zwischen dekonstruiertem Sound und geschliffenen Pop-Produktionen, das Album landet nicht nur auf zahlreichen Jahresbestenlisten, sondern verschafft ihr auch einen Studienabschluss mit Auszeichnung.
Parallel zum Erfolg ihres Albums setzt Rosalía erste hochkarätige Akzente in der internationalen Pop-Welt. So entstehen zu dieser Zeit Features mit Pop-Größen wie Billie Eilish, The Weeknd oder Travis Scott und auch lateinamerikanische Musiker klopfen bei der Spanierin für Kollaborationen an: J Balvin aus Kolumbien, Bad Bunny und Ozuna aus Puerto Rico oder die venezolanische Produzentin Arca.
Rosalía wird für ihre innovative Fusion aus Pop, R'n'B, Reggaeton, Hip-Hop und Flamenco gefeiert, erntet aber auch Kritik - speziell aus den Reihen der in Spanien lebenden Roma, den Trägern der Flamenco-Tradition. Wie gelingt Rosalía der Einstieg in den Pop? Und welche kulturellen und musikalischen Grenzen übertritt sie dabei?

Gestaltung: Melissa Erhardt und Siri Malmborg

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