Radiokolleg

Im Warteraum der EU (3)

Nordmazedonien und seine nervigen Nachbarn

Der Weg in die EU hat sich für Nordmazedonien in ein Labyrinth verwandelt. Und das, obwohl das Land bereits im April 2001 einen Stabilisierungs- und Assoziierungsvertrag mit der EU unterzeichnet hat - ein halbes Jahr früher als Kroatien, das 2013 beitrat. Der Grund für die Verzögerung war ein historischer Streit mit dem südlichen Nachbarn Griechenland. Um diesen beizulegen, änderte Mazedonien seinen Namen in Nordmazedonien. Dann, so die Hoffnung der damals regierenden Sozialdemokraten, würde man der EU endlich näherkommen. Es kam anders. Mit Bulgarien legte der nächste Nachbar ein Veto ein. Die bulgarische Regierung spricht Nordmazedonien de facto ab, eine eigenständige Sprache und nationale Identität zu haben. Das Resultat: Die EU verliert an Popularität und Glaubwürdigkeit. Selbst pro-europäische Stimmen wenden sich ab. Im kleinen Nordmazedonien lässt sich beobachten, warum die Erweiterung ein so lähmender Prozess ist: Länder, die bereits im "Club" sind, können jederzeit ein Veto einlegen.

Gestaltung: Franziska Tschinderle

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