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Streitfall Stadttauben
Wenn Taubenfreunde und Anwohner aneinandergeraten
21. Mai 2026, 15:30
Tauben waren einmal hochgeschätzte Haustiere. Man hielt sie, um sie zu braten, züchtete sie als Briefboten. Bauern streuten ihren Kot als Düngemittel auf die Felder. Die heutigen Stadttauben stammen unter anderem von jenen Zuchttauben ab. Sind sie hilflose, ehemalige Haustiere, die menschliche Hilfe brauchen? Die Taubenfreunde meinen: ja. Liebevoll streuen sie ihnen Körner aus. Teils in großen Mengen. Hunderte Tauben warten auf den Dächern auf ihr tägliches Buffet. Anwohner ärgern sich wegen Taubenkot und Federn auf dem Gehsteig und den Fensterbänken, hin und wieder auch auf der Kleidung. Wenn man zur Fütterungszeit im Park sitze, fühle man sich, als sei man in Hitchcocks Horrorfilm "Die Vögel" gelandet, erzählt eine Bezirksvorsteherin. Punktuell eskaliert es: Anwohner und Taubenfreunde schreien sich an. Es gab schon Anzeigen. Die Stadtverwaltung war bisher kulant mit den Taubenfreunden. Doch der Ton scheint jetzt rauer zu werden.
