SABINE MAIER
Lebenskunst - Begegnungen am Feiertag
Dialog im Zwischenraum
Menschen, die aufeinander verwiesen sind - Aspekte der Bibel +++ Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? - Fehlübersetzungen in der Bibel +++ Eine historische Friedenskirche - Die Mennoniten von Steyr +++ "Aufbruch - Dialog im Zwischenraum" - Künstlerische Installation auf dem Dachboden des Stephansdoms +++ 100 Jahre Marilyn Monroe - Gedanken der Schauspielerin und Sängerin Janine Hickl
25. Mai 2026, 07:05
Menschen, die aufeinander verwiesen sind - Aspekte der Bibel
(Epheserbrief 4,1b-6)
"Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe", so heißt es in einem jener biblischen Texte, die für katholische Gottesdienste am zweiten Tag des "Festes der Geistausgießung", am Pfingstmontag, vorgesehen sind. Zu diesem Zusammenleben in einer guten Gemeinschaft mag göttlicher Geist stärken - und auch Demut. So jedenfalls versteht die in Kassel lehrende katholische Theologin Mirja Kutzer den Text: "Demut im biblischen Sinn bedeutet, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Wenn ich mir bewusst bin, dass ich nicht alles aus mir selbst heraus machen kann, dass ich nicht im Zentrum der Welt stehe, dann öffnet dies meine Augen für andere. Ich erkenne, wie sehr wir Menschen einander brauchen und aufeinander verwiesen sind."
Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? - Fehlübersetzungen in der Bibel
Adam, Eva und die Schlange unter dem Apfelbaum; der biblische Held Moses mit Hörnern auf dem Kopf: All diese Bilder gibt es, weil biblische Texte missverstanden wurden. Weil etwa "malum", das Böse, mit "malus", Apfel, verwechselt wurde und so der "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" zum Apfelbaum wurde. Ebenso verhält es sich mit dem biblischen Helden Moses und den Hörnern auf seinem Kopf, mit denen er oft dargestellt wurde. Das hebräische Wort "karan" bedeutet leuchten und "keren" sind die Hörner: Moses strahlt, wenn er mit Gott in Beziehung kommt - und aus den Strahlen sind beim Übersetzen Hörner geworden. Kein Buch der Welt wurde freilich öfter übersetzt als die Bibel. Sie wurde in mehr als 700 Sprachen übertragen, einzelne Bücher daraus sogar in mehr als 3000 verschiedene Sprachen. Da ist es kein Wunder, dass beim Übersetzen an der einen oder anderen Stelle auch einmal der eine oder andere Fehler passiert - oder der Inhalt schlicht uminterpretiert wird. Mit diesen kleineren und größeren Fehlern und Unschärfen beschäftigt sich Brigitte Krautgartner in ihrer Reihe "Wie kam die Schlange in den Apfelbaum?".
Eine historische Friedenskirche - Die Mennoniten von Steyr
Bekannter sind vielleicht die sogenannten "Amish People", die Amischen, wie sie in manchen Hollywood-Filmen zu sehen sind. Doch diese christliche Gemeinschaft, die sich auf den Prediger Jakob Ammann (1644-1730) bezieht, ist aus den "Mennoniten" hervorgegangen. Und diese wiederum berufen sich auf den niederländischen Theologen und Zeitgenossen Luthers, Menno Simons (1496-1561). Der war einst katholischer Priester, der sich der Täufer-Bewegung angeschlossen hatte - und dort gegen militante und gewalttätige Strömungen aufgetreten war. Die Mennoniten mit ihrer Praxis der Erwachsenentaufe, der "Glaubenstaufe", zählen zu den historischen "Friedenskirchen", die das Prinzip der Gewaltlosigkeit vertreten. In Österreich haben sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg Fuß gefasst: Als einige Mennoniten aus den so genannten "Deutschen Ostgebieten" und aus Russland nach der Vertreibung hierzulande eine neue Heimat gefunden haben. Markus Veinfurter hat die Mennonitengemeinde von Steyr in OÖ besucht.
"Aufbruch - Dialog im Zwischenraum" - Künstlerische Installation auf dem Dachboden des Stephansdoms
Den Dachboden des Wiener Stephansdoms zu besuchen, ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Jetzt wird dieser ungewöhnliche Raum, der den zeitlichen Bogen von der Romanik in die Gegenwart spannt, erstmals für eine zeitgenössische Installation genutzt. Im Rahmen der "Langen Nacht der Kirchen" am 29. Mai 2026 präsentieren die Künstlerinnen Sabine Maier und Beate Winkler ihre gemeinsame Ausstellung "Aufbruch - Dialog im Zwischenraum". Hoch über den Dächern Wiens soll ein Ort des Innehaltens und des Dialogs entstehen. Die Ausstellung bewegt sich bewusst im Zwischenraum von Vergangenheit und Zukunft, Verunsicherung und Hoffnung. Und die künstlerischen Positionen möchten einander in ihrer Gegensätzlichkeit ergänzen: Sabine Maier macht mit leuchtenden Projektionen aus gesammelten Staub- und Mikropartikeln die sonst unsichtbare Welt des Stephansdoms sichtbar. Beate Winkler arbeitet mit handgeschöpftem Papier, Spiralen und skulpturalen Formen als Sinnbilder für Wandel und Möglichkeit. Rudolf Aigmüller hat sich auf den Weg hoch hinaufgemacht und mit den Künstlerinnen gesprochen.
100 Jahre Marilyn Monroe - Gedanken der Schauspielerin und Sängerin Janine Hickl
Eine junge österreichische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin, Janine Hickl, denkt über eine der bekanntesten Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts nach, über Marilyn Monroe. Auch sie hat gesungen und getanzt, hat Weltruhm erlangt und ist jung, mit 36 Jahren, aus dem Leben geschieden (1. Juni 1926 - 4. August 1962). Anlässlich ihres 100. Geburtstag am 1. Juni nimmt Janine Hickl die Lebensgeschichte von Marilyn Monroe zum Ausgangspunkt einer Reflexion über Identität und Selbstbild. Ihre Überlegungen in Lebenskunst sind der Auftakt zur Ö1-Sendereihe "Gedanken für für den Tag" ab 26. Mai.
Service
Rachel Syme, David Wills, Louie Conway, "Marilyn Monroe 100. 50 schwarz-weiße und 200 farbige Abbildungen", Prestel Verlag 2026
Aspekte der Bibel
