APA-IMAGES/AP/ALESSANDRA TARANTINO
Im Fokus - Religion und Ethik
Muslime in Italien
Aktuell im Fokus: Der Papst und die KI +++ Thema im Fokus: Muslime in Italien - Keine Anerkennung für die zweitgrößte Religionsgemeinschaft +++ Serie: Glauben hören - So klingt der Islam +++ Moderation: Konstantin Obermayr
27. Mai 2026, 16:05
Aktuell im Fokus: Der Papst und die KI
Am Pfingstmontag hat Papst Leo XIV. seine erste Enzyklika, sein Rundschreiben an die gesamte katholische Kirche veröffentlicht. Das Dokument trägt den Titel "Magnifica humanitas", "kostbare oder großartige Menschheit", Untertitel: "Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz". Er selbst war bei der Präsentation anwesend - ein Novum, denn alle Päpste vor ihm ließen die Enzyklika veröffentlichen, ohne an der Präsentation teilzunehmen. Zudem hat Papst Leo den KI-Experten und Mitbegründer des KI-Startups Anthropic eingeladen, Christopher Olah, einen milliardenschweren Tech-Unternehmer. Dem bekennenden Atheisten ist der Dialog mit der katholischen Kirche ein ausgesprochenes Anliegen, wobei er die Kirche ermutigt, als kritische Beobachterin zu fungieren. Die KI an sich bezeichnet der Papst in seinem Lehrschreiben als neutral, wofür und wie sie der Mensch einsetze, allein daran liege, ob sie dem Menschen diene oder großen Schaden anrichte. In der Enzyklika plädiert der Pontifex dafür, die KI "zu entwaffnen". ORF-Rom-Korrespondent Bernt Koschuh war bei der Präsentation dabei.
Im Studio spricht Judith Fürst mit der katholischen Theologin und Vizedekanin für die Lehre an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, Regina Polak, über Schwerpunkte und Kernaussagen der Enzyklika, über Anknüpfungspunkte an das Zweite Vatikanische Konzil, wie etwa den Dialog der katholischen Kirche mit nichtkirchlichen Expertinnen und Experten und darüber, was an Papst Leos Schreiben (geistig) revolutionär ist.
Thema im Fokus: Muslime in Italien - Keine Anerkennung für die zweitgrößte Religionsgemeinschaft
Der sunnitische Islam ist in Italien die zweitgrößte Religionsgemeinschaft nach dem Katholizismus. Denn in Italien leben laut unterschiedlichen Schätzungen zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Muslim:innen. In mancher Hinsicht wird dem steigenden muslimischen Bevölkerungsanteil auch Rechnung getragen. So steht in Rom die größte Moschee der EU. Der Bau ist mit Unterstützung der katholischen Kirche unter Johannes Paul II. zustande gekommen. Aber der Islam ist in Italien keine anerkannte Religionsgemeinschaft und bekommt daher - anders als evangelische, orthodoxe, buddhistische und hinduistische Religionsgemeinschaften - keine Finanzierung aus Steuergeld. Initiativen für eine Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften sind bisher gescheitert. Begründet wurde das mit den radikalislamischen Terroranschlägen von Al-Kaida und dem IS in den USA und Europa. Anders als in Österreich stammen Muslim:innen in Italien vor allem aus Marokko, Albanien, Pakistan und Bangladesch. Viele arbeiten in der Gastronomie, als Fahrradboten, in der Industrie und der Landwirtschaft und tragen so wesentlich bei zur Wirtschaftsleistung im Land mit einer der geringsten Geburtenraten Europas. Viele Muslim:innen leben unter prekären Bedingungen, zumal sie mit ihren Einkünften oft auch Verwandte in ihren Herkunftsstaaten finanziell unterstützen. Bernt Koschuh über das religiöse Leben, die Wohnsituation und die Arbeit von Muslim:innen in den großen Städten Italiens. - Gestaltung: Bernt Koschuh
Serie: Glauben hören - So klingt der Islam
Für viele Muslim:innen weltweit hat Anfang dieser Woche der Hadsch begonnen, die traditionelle Pilgerfahrt nach Mekka. Trotz zahlreicher Warnungen im Vorfeld, einerseits aufgrund der brüchigen Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA, andererseits wegen der extremen Hitze vor Ort, sind schon bis zum Wochenende mehr als eineinhalb Millionen Menschen nach Saudi-Arabien gereist. Höhepunkt der Pilgerreise ist das islamische Opferfest Eid al-Adha, das seit Dienstagabend und vier Tage lang bis Samstag gefeiert wird. In unserer Rubrik "Glauben Hören" widmen wir uns den akustischen Seiten der Religionen - und anlässlich des Opferfests, einem der bedeutsamsten Feste im islamischen Jahreskreis, diese Woche der Musik und den Klängen im Islam. Gestaltung: Amelie Sztatecsny
Sendereihe
Gestaltung
- Konstantin Obermayr
