Im Fokus - Religion und Ethik
Muslime in Italien
Mit diesem Thema im Fokus: Keine Anerkennung für die zweitgrößte Religionsgemeinschaft
27. Mai 2026, 16:05
Der sunnitische Islam ist in Italien die zweitgrößte Religionsgemeinschaft nach dem Katholizismus. Denn in Italien leben laut unterschiedlichen Schätzungen zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Muslim:innen. In mancher Hinsicht wird dem steigenden muslimischen Bevölkerungsanteil auch Rechnung getragen. So steht in Rom die größte Moschee der EU. Der Bau ist mit Unterstützung der katholischen Kirche unter Johannes Paul II. zustande gekommen. Aber der Islam ist in Italien keine anerkannte Religionsgemeinschaft und bekommt daher - anders als evangelische, orthodoxe, buddhistische und hinduistische Religionsgemeinschaften - keine Finanzierung aus Steuergeld. Initiativen für eine Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften sind bisher gescheitert. Begründet wurde das mit den radikalislamischen Terroranschlägen von Al-Kaida und dem IS in den USA und Europa. Anders als in Österreich stammen Muslim:innen in Italien vor allem aus Marokko, Albanien, Pakistan und Bangladesch. Viele arbeiten in der Gastronomie, als Fahrradboten, in der Industrie und der Landwirtschaft und tragen so wesentlich bei zur Wirtschaftsleistung im Land mit einer der geringsten Geburtenraten Europas. Viele Muslim:innen leben unter prekären Bedingungen, zumal sie mit ihren Einkünften oft auch Verwandte in ihren Herkunftsstaaten finanziell unterstützen. Bernt Koschuh über das religiöse Leben, die Wohnsituation und die Arbeit von Muslimen in den großen Städten Italiens. - Gestaltung: Bernt Koschuh
