Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen
Klang und Leben
Über die heilige Verschiedenheit - Aspekte der Bibel +++ Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? - Fehlübersetzungen in der Bibel +++ Vater, Sohn und Heilige Geistkraft - Gedanken zu einem alten christlichen Fest +++ Musik und Engagement - Der Wiener "Heart Chor"
31. Mai 2026, 07:05
Über die heilige Verschiedenheit - Aspekte der Bibel
(2. Korintherbrief 13,11-13)
Dreifaltig - und doch einer. Diese Aussage über Gott wird in der Westkirche besonders am sogenannten Dreifaltigkeitsfest gefeiert: am Sonntag nach dem "Heiligem Geist" gewidmeten Fest Pfingsten. Einer der biblischen Texte, die am Dreifaltigkeitssonntag für katholische Gottesdienste vorgesehen sind, befindet sich im 2. Brief des Paulus an die Gemeinde von Korinth, verfasst im ersten Jahrhundert. Die Schlussverse und Segenswünsche des Briefes sind zu einer fixen gottesdienstlichen Formel geworden, die von der Gnade Jesu Christi, von der Liebe Gottes und von der Gemeinschaft des Heiligen Geistes erzählt. Doch was ist Gemeinschaft, was meint Einheit? Bedeutet sie Uniformierung? Nein, stellt der katholische Theologe und Judaist Wolfgang Treitler klar: Wahre Einheit entsteht dort, wo jeder Mensch an seinem Ort, auf seinem Lebensweg das Sinnvolle oder Notwendige tut, denkt und gestaltet - und dasselbe auch anderen auf ihrem Weg zugesteht.
Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? - Fehlübersetzungen in der Bibel
Adam, Eva und die Schlange unter dem Apfelbaum im Garten Eden: eines von vielen Bildern zur Bibel, das aus einem Missverständnis heraus entstanden ist. Weil etwa im Lateinischen "malum" das Böse sowie der Apfel bedeutet - und deshalb in vielen Vorstellungen der "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" zum Apfelbaum wurde. Traduttore - tradittore, so lautet ein Sprichwort aus dem Italienischen. Es besagt, dass Übersetzende nur allzu oft den Originaltext verraten, weil sie bei der Übertragung in eine andere Sprache den Sinn verfremden. Das kann mit Absicht geschehen oder durch einen Irrtum. Manchmal lässt das Original auch mehrere, inhaltlich sehr verschiedene Übersetzungen zu. Übersetzende müssen sich dann für eine Variante entscheiden, was im Fall von heiligen Texten - konkret der Bibel - besonders gravierende Auswirkungen hatte. Etwa in Zusammenhang mit biblischen Frauenbildern. Brigitte Krautgartner hat mit Fachleuten darüber gesprochen.
Vater, Sohn und Heilige Geistkraft - Gedanken zu einem alten christlichen Fest
Und welches Frauenbild findet sich im Konzept von der Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität Gottes? Als eigenständige Lehre und Begriff der Theologie ist es im Laufe der ersten vier Jahrhunderte der christlichen Kirche entstanden. Was es damit bis heute auf sich hat, dem hat der katholische Theologe Hubert Philipp Weber ein ganzes Buch gewidmet. Sein Titel: "Dreifaltig. Den christlichen Gottesglauben verstehen", erschienen im Grünewald-Verlag. Für Lebenskunst hat Hubert Philipp Weber einen Text daraus ausgesucht und leicht erweitert. Darin wird ersichtlich, worum es beim Gottesbild "Vater, Sohn und Heiliger Geist" geht - und warum dieses Bild durchaus auch weibliche Aspekte enthält.
Musik und Engagement - Der Wiener "Heart Chor"
Neben der Liebe zur Musik verbindet sie auch der gemeinnützige Gedanke und so veranstalten sie fast ausschließlich Benefizkonzerte: die Mitglieder des "Heart Chor", des Gospelchors rund um die katholische Pfarrgemeinde St. Florian auf der Wiedner Hauptstraße in Wien. Die Unterstützung kommt etwa Flüchtlingsfamilien zugute, "Amber Med", "Hemayat" oder dem "neunerhaus". In diesem Jahr feiert der Chor sein 30-Jahr-Jubiläum und kann auf eine erstaunliche Entwicklung zurückblicken. Hat doch alles einst mit Taizé-Gesängen auf einem Jungscharlager begonnen. Brigitte Krautgartner hat für Lebenskunst eine Probe besucht und mit den Musikerinnen und Musikern gesprochen.
