Diagonal
Ein Dauerbrenner. Diagonal zum Thema Erdöl
Erdöl ist und bleibt ein zentraler Machtfaktor der geopolitischen Gegenwart - erst recht nach dem Ausbruch des neuen Krieges in Iran und im Nahen Osten. Die Energieversorgung, Wirtschaftskraft und Handlungsfähigkeit vieler Staaten hängt noch immer am "Schwarzen Gold" +++ Wiederholung von Samstag, 17.05 Uhr
31. Mai 2026, 22:05
Internationale Konflikte, wie auch der Russisch-Ukrainische Krieg, zeigen, wie Energieabhängigkeiten als politisches Druckmittel genutzt werden, etwa durch Sanktionen oder Lieferstopps. Zudem verschärft die Konkurrenz um Fördergebiete und Transportwege globale Spannungen, während in der Übergangsphase zu erneuerbaren Energien neue geopolitische Dynamiken entstehen.
Diagonal widmete sich 2005 dem Erdöl. "Schock an der Zapfsäule" tönte es damals in den Medien, die Debatte um "Peak Oil", das globale Ölfördermaximum, war auf ihrem Höhepunkt, Hurricane Katrina legte im August Teile der US-Petroindustrie lahm, die USA kauften europäische Raffinerien leer, der Ölpreis war in stürmischem Aufwind und "ein ernstes Problem" gestand US-Präsident George W. Bush dann in seiner Rede zur Lage der Nation: "Amerika ist süchtig nach Öl."
Der Pressetext zum damaligen Diagonal lautete: "Die Krisenszenarien werden immer alarmistischer: Immer kürzer reichen die Vorräte, immer höher steigen die Preise für den begehrten Rohstoff und jetzt kauft auch noch China im großen Maßstab auf den Ölmärkten ein. Werden Kriege wirklich schon um Öl bzw. um Pipelinerouten geführt? Haben wir wirklich nur die Wahl zwischen der Abhängigkeit von Saudi-Arabien und jener von Russland? Bieten Alternativenergien Auswege aus der Ölfalle oder werden Fortschritte in der Fördertechnik auch den zukünftigen Ölhunger stillen können?"
Was wurde aus den Schauplätzen und Akteuren, den Befunden und Prognosen, den Hoffnungen und Ängsten von damals? Durch den petrochemischen Spiegel der Gegenwart wirft Diagonal einen Blick zurück ins Erdöljahr 2005.
Damals wie heute zu Gast im Studio: Der Journalist Thomas Seifert, Co-Autor des 2005 erschienenen Buches "Schwarzbuch Öl", sowie Günter Pauritsch, wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Energieagentur - Austrian Energy Agency.
Eine Sendung von Wolfgang Ritschl, Peter Waldenberger und Roman Tschiedl, mit Beiträgen von Peter Lachnit, Andrea Hauer und Monika Halkort.
Service
Podcast "Diagonal gefragt" - sound.orf.at
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Thomas Seifert, Klaus Werner, "Schwarzbuch Öl. Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld ", Deuticke, 2005
Ingrid Weiss, "Der sich dem Terror stellte. Vom Wiener OPEC-Überfall zum Terrorismus der Gegenwart", Molden, 2004
Karin Kneissl, "Der Energiepoker. Wie Erdöl und Ergas die Weltwirtschaft beeinflussen", FinanzBuch Verlag, 2006
Hermann Scheer, "Energieautonomie. Eine neue Politik für erneuerbare Energien", Kunstmann, 2005
Claude Turmes, "Die Energiewende. Eine Chance für Europa", oekom, 2017
Claudia Kemfert, "Kurzschluss. Wie wir unsere Energiezukunft verspielen", Campus, 2026
Sendereihe
Gestaltung
- Roman Tschiedl
- Peter Waldenberger
