ROBERT HEILINGER/CC BY-SA 3.0
Betrifft: Geschichte
Im Schatten der Bernsteinstraße
Die Villa von Bruckneudorf. Mit: Stefan Groh, Archäologe am Österreichischen Archäologischen Institut an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Gestaltung: Barbara Volfing.
3. Juni 2026, 15:55
Etwa 40 Kilometer südöstlich von Wien liegt der burgenländische Ort Bruckneudorf im Bezirk Neusiedl am See. Das Leithagebirge ist in Sichtweite, die Donau und die niederösterreichische Grenze sind nur wenige Kilometer entfernt. Diese verkehrsgünstige Lage prägt das Umfeld des Ortes seit der Antike. Darauf weisen die Überreste einer römischen Villa hin, die seit 1931 im Bereich des heutigen Autobahndreiecks A4/A6 untersucht werden.
Dabei handelt es sich um eine sogenannte villa rustica, einen landwirtschaftlichen Gutshof bestehend aus einem Wohngebäude und mehreren Wirtschaftsbereichen wie Stallungen oder Werkstätten. Die in allen römischen Provinzen zu findenden Gutshöfe dienen etwa der Versorgung von Städten und Militärstandorten wie des nahegelegenen Carnuntum - und sind auch in überregionale Handelsnetze eingebunden. Diese villa rustica liegt im Einflussbereich der Bernsteinstraße.
Wie archäologische Untersuchungen zeigen, entwickelt sich das Areal im 4. Jahrhundert nach Christus zu einer mehr als 12 Hektar großen und prächtig ausgestatteten Anlage. Die Villa von Bruckneudorf ermöglicht dadurch Einblicke in den Aufbau, die Nutzung und die Einbindung eines römischen Gutshofes in das regionale Umfeld und die überregionalen Versorgungsnetzwerke.
Damit beschäftigt sich ein aktuelles Forschungsprojekt des Österreichischen Archäologischen Instituts unter der Leitung von Stefan Groh. Der Archäologie gibt Einblick, welche Erkenntnisse über die Anlage bisher gewonnen werden konnten und was die Villa über die Rolle des Standortes in der spätrömischen Provinz Pannonien verrät.
Service
Siedlungsarchäologie an der Bernsteinstrasse - ÖAI-Projekt (ÖAW)
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Sendereihe
Gestaltung
- Barbara Volfing
