Verkehrssituation in Bangalore

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Ambiente - von der Kunst des Reisens

Von Bangalore nach Goa

Ambiente Spezial:
High-Tech, Tempel und Fado - Impressionen aus Indiens Mitte

Bangalore - oder Bengaluru, wie die Stadt seit einem Jahrzehnt offiziell heißt, - hat sich in jüngster Zeit durch seine IT-Industrie international einen Namen gemacht. Dank des High-Tech- und Luftfahrtsektors ist die Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Karnataka zur viertgrößten Metropole Indiens geworden. Wie in den anderen Großstädten des Landes boomt auch hier der Bausektor. Doch das Erbe der Vergangenheit ist vielerorts noch erhalten. In der im 16. Jahrhundert gegründeten Altstadt erinnern Straßennamen an die einstigen Gewerbe, während sich in den kleinen Tempeln die architektonische Entwicklung der Region nachvollziehen lässt. Im 19. Jahrhundert übernahmen die britischen Kolonialherren die Kontrolle, was sich bis heute in zahlreichen Kirchen und Bildungsinstitutionen widerspiegelt. Die großen Parkanlagen, denen Bangalore den Beinamen "Gartenstadt" verdankt, sind bis heute wichtige Refugien im hektischen Lebensalltag.

Der Bundesstaat Karnataka zeichnet sich durch eine Vielzahl großartiger Tempelanlagen, Festungen und Paläste aus. Im Lauf der Jahrtausende entstanden, wuchsen und verschwanden diverse Reiche, die jeweils unterschiedliche südindische Regionen beherrschten. Zu den eindrucksvollsten Bauten zählen die Tempel in Somnathpur, Belur und Halebid, die 2023 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Errichtet wurden sie von der Hoysala-Dynastie, die sich vom 12. bis zum 14. Jahrhundert an der Macht halten konnte. Die Tempel bestechen durch ihre reich verzierten Fassaden, auf denen Episoden aus den beiden großen indischen Epen, dem Mahayana und Mahabharata skulptural umgesetzt sind. Gottheiten tragen fein geschnitzte Ketten um den Hals, an Armen und Beinen, bis zu den Fingernägeln sind die Details ausgearbeitet. Die Bildhauer waren offenkundig selbst stolz auf ihre Arbeit, denn sie hinterließen ihre Signaturen - eine Seltenheit zu dieser Zeit.

Im Nordwesten grenzt Karnataka an Goa, den kleinsten indischen Bundesstaat. Goa bedeutet Meer, kilometerlange Sandstrände, Erinnerung an die Hippie-Kultur der 1960er und 70er Jahre. In den großen Kirchen in Alt-Goa und den malerischen Straßen von Fontainhas hat sich dagegen das portugiesische Erbe erhalten. 1510 begründeten die Portugiesen hier ihre Kolonialherrschaft, erst 1961 wurde auch Goa in den 1947 geschaffenen unabhängigen indischen Staat integriert. Portugiesisch sprechen nur mehr wenige Einheimische, doch das Interesse an der musikalischen Tradition des Fado wächst wieder, nicht zuletzt dank des Engagements der Sängerin Sonia Shirsat.

Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

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