Radiokolleg

Elementarpädagogik - wie wir unsere Chancen für die Zukunft vergeben (2)

Lernen von Skandinavien

Eine pädagogisch hochwertige und umfassende Betreuung von Klein- und Kindergartenkindern erhöht die Chancengleichheit, fördert spätere Berufs- und Bildungskarrieren, verbessert sprachliche und soziale Kompetenzen und steigert die Erwerbstätigkeit der Eltern. Spätere Korrekturen sind nur mit geringerem Erfolg, sowie deutlich höherem finanziellen und personellen Aufwand möglich. Diesen gesellschaftlich-ökonomischen Zusammenhang hat man in Skandinavien schon seit Langem erkannt. Dementsprechend gilt die Elementarpädagogik als Grundlage für die positive Entwicklung der Gesellschaft. So hat der Beruf der Elementarpädagogin in Skandinavien einen deutlich höheren gesellschaftlichen Stellenwert als in Österreich. Unterstrichen wird dies durch die verpflichtende akademische Ausbildung, die für die Arbeit in diesem Berufsfeld erforderlich ist. Dazu kommen eine deutlich höhere Entlohnung und kleinere Gruppengrößen. In Wien zum Beispiel liegt die maximale Kindergarten-Gruppengröße bei den bis 3-Jährigen bei 15 Personen, bei den 3 bis 6-Jährigen sind es 25 Kinder. Häufig werden diese nur von einer einzigen Elementarpädagogin und einer Assistentin betreut. In Skandinavien liegt Verhältnis Kinder - Fachkraft bei Kleinkindern bei 1:3 bis 1:5, im Kindergartenalter liegt der Betreuungsschlüssel bei 1:5 bis 1:7. Ermöglichst wird dadurch eine individuelle Betreuung. Ein weiterer Vorteil des skandinavischen Modells ist die einheitliche staatliche Finanzierung und Steuerung des elementarpädagogischen Systems. In Österreich hingegen herrscht eine föderale Zersplitterung mit unterschiedlichen Öffnungszeiten und Unterstützungsleistungen.

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  • Andreas Wolf