Radiokolleg

Elementarpädagogik - wie wir unsere Chancen für die Zukunft vergeben (2)

Mangelberuf mit Stigma

Voraussetzung für den Beruf der Elementarpädagogin ist die Matura. Die Ausbildung erfolgt in den fünfjährigen Bildungsanstalten für Elementarpädagogik. Allerdings nur 20 Prozent der, vor allem Absolventinnen, bleiben im Berufsfeld, deshalb werden im Rahmen von bezahlten Ausbildungs-Kollegs Quereinsteiger gesucht. Doch auch hier dominiert die Frauenquote, so sind in Wien aktuell nur 16 Prozent der Kolleg-Besucher Männer. Der Hauptgrund für das geringe Interesse ist die häufige gesellschaftliche Vorverurteilung von Männern, die intensiv mit Kindern arbeiten. Dieses Stigma will man überwinden, weshalb ein aktueller Strafregisterauszug vor dem Ausbildungsbeginn verpflichtend ist. Ein weiteres Problem der Elementarpädagogik sind gesellschaftspolitische Interessen. So fehlt es in manchen Bundesländern nach wie vor an elementarpädagogischen Betreuungseinrichtungen, oder es orientieren sich die Öffnungszeiten der Kindergärten nicht an den Arbeitszeiten der Eltern, was wiederum die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einschränkt. In manchen Regionen ist es überhaupt schwierig einen Kindergartenplatz zu erhalten, zudem ist die Nachmittagsbetreuung oft kostenpflichtig, oder wird erst gar nicht angeboten. Trotz Förderungen für Alleinerziehende, sowie Teilzeit- und Niedrigeinkommensbezieher bleibt die Finanzierung eines Kindergartenplatzes mancherorts schwierig.

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  • Andreas Wolf