Radiokolleg
Elementarpädagogik - wie wir unsere Chancen für die Zukunft vergeben (4)
Weichen stellen für morgen
11. Juni 2026, 09:30
In Österreich gilt der Kindergarten vielerorts als "Betreuungseinrichtung", die im Vergleich zu Schulen einen eher untergeordneten Stellenwert besitzt. Erreicht werden könnte ein Bewusstseinswandel durch das bereits eingeführte Studium der Elementarpädagogik. Mit der Akademisierung verbunden wären nicht nur eine weitere Professionalisierung, sondern auch eine soziale und finanzielle Aufwertung des Berufsfeldes. Gefordert werden auch kleinere Kindergartengruppen, dafür ist aber deutlich mehr Personal nötig. Möglich wäre dies durch eine Angleichung von Lehrkräften und Kindergartenpersonal bei der täglichen Präsenzzeit vor den Kindern, sowie einem Angleich von Urlaubs- und Ferienzeiten. Dies könnte auch Anreize schaffen, dass mehr Sprachpädagogen, Psychologinnen, Entwicklungsfördererinnen, Ergotherapeuten, oder Sozialarbeiter in Kindergärten arbeiten. Gefordert werden auch bundeseinheitliche Vorgaben, damit es in der Elementarpädagogik österreichweit einheitliche Standards gibt. Um die Sprachdefizite vieler Kinder auszugleichen, müsste für die Zielgruppe auch ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr eingeführt werden. All das würde zwar deutlich mehr kosten als heute, doch mittel- und langfristig hätten diese Maßnahmen ein hohes budgetäres Einsparungspotential.
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- Andreas Wolf
