Radiogeschichten

Die Arroganz der Entwicklungshilfe

"Frühling der Barbaren" von Jonas Lüscher. Es liest Markus Hering.

Der Schweizer Unternehmenserbe Preising ist lebensuntüchtig und träge. Er interessiert sich fürs Dozieren über die Antike mehr als für seine Firma. Dennoch ist sein Einkommen stattlich, das Geld vermehrt sich von selbst. Als ihn sein eifriger Geschäftsführer nach Tunesien schickt, um einen Zuliefererbetrieb zu begutachten, wird er Zeuge eines tragischen Unfalls in der Wüste: Ein Touristenbus überfährt 15 Kamele, der Kameltreiber steht vor seinem existenziellen Ruin.

Mit seiner Debüt-Novelle "Frühling der Barbaren" ließ der deutsch-schweizerische Autor Jonas Lüscher 2013 aufhorchen. Die raffiniert gestrickte Geschichte wird von zwei Ich-Erzählern, die sich in der Psychiatrie treffen, getragen und spielt in Tunesien am Wendepunkt der Finanzkrise und des arabischen Frühlings. Lüscher karikiert darin das ignorant-egozentrische Verhalten reicher Menschen aus Westeuropa so wie die Zahnlosigkeit der Entwicklungshilfe. In seinem jüngsten Roman "Verzauberte Vorbestimmung" (Hanser Verlag, 2025) reflektiert Lüscher das Verhältnis die Abhängigkeit des Menschen von Maschinen und technischer Innovation.

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Aus: Jonas Lüscher, "Frühling der Barbaren", C.H. Beck Verlag

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