Arena - besetzt. Teilansicht des ehemaligen Auslandsschlachthof St. Marx.

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Betrifft: Geschichte

Die Arenabesetzung 1976

Umbruch der Gesellschaft (1): Die Besetzung am 27. Juni 1976. Mit: Beatrix Neundlinger (Musikerin, Die Schmetterlinge). Gestaltung: Sabine Nikolay.

Wien in den Siebzigerjahren war eine öde Betonwüste für junge Menschen: Parks waren nur zum Anschauen, Musik gab es nur in klassischer Hochkultur (Oper, Musikverein, Konzerthaus), Freiräume waren rar. Doch ab 1970 reagierten die Wiener Festwochen mit einer alternativen Programmschiene für junge Menschen namens Arena. Diese war zunächst im 20er-Haus beheimatet und fand 1976 zum zweiten Mal im sogenannten "Auslandsschlachthof" im Landstraßer Stadtteil St. Marx statt. Dort kam es nach dem Konzert der alternativen Musikband "Misthaufen" zur spontanen Besetzung des Areals.

Die "Arena" war bis 6. Oktober 1976 der erste von jungen Menschen selbstverwaltete Ort der Kultur in Wien. Ab dem 12. Oktober wurde der Auslandsschlachthof abgerissen. Ein Teil der Besetzerinnen und Besetzer übersiedelte in den kleineren Inlandsschlachthof, der seither und bis heute in Selbstverwaltung eine wichtige Konzertlocation ist.

In dieser Folge: Viel war an diesem Tag los in Wien. Während die Gruppe "Misthaufen" politisch im Rahmen der Festwochen im Auslandsschlachthof auftrat und dort auch gegen die geplante Schnellstraße, die den Naschmarkt zerstört hätte, agitierte, traten Die Schmetterlinge, die Polit-Rockband um Willi Resetarits, auf der Wienzeile auf. Nach dem Konzert fuhren viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer - und auch die Schmetterlinge selbst - in den Auslandsschlachthof und erklärten diesen für besetzt, erzählt die Musikerin Beatrix Neundlinger, Mitglied der Schmetterlinge.

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