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Die Vermessung des Fußballs
Daten entscheiden über Taktik und Spielverlauf.
26. Juni 2026, 19:05
Warum ersetzt Patrick Wimmer den WM-Torschützen Romano Schmid in der 78. Minute gegen Argentinien? Und wie erwartbar ist, dass Österreich unmittelbar nach dem Ausgleichstreffer der Jordanier vorige Woche in San Francisco plötzlich zu wackeln beginnt und quasi der Führungstreffer der Gegner in der Luft liegt?
Antworten darauf geben handfeste Daten. Denn seit circa 2010 ist auch Fußball zu einem Spielfeld für Big Data und KI geworden. Wie sehr die Vermessung von Spielern und Spiel den Fußball verändert, das hören Sie heute in Matrix.
12 Sekunden Zeit für ein Tor
Dank Datenanalyse im Fußball wissen wir: Die höchste Wahrscheinlichkeit für ein Tor liegt unter 10 bis 12 Sekunden nach der Balleroberung, idealerweise mit maximal vier bis fünf Pässen. Woher kommen solche Aussagen? Von Menschen wie dem Computerwissenschafter Jesse Davis. Er ist einer der prominentesten Datenanalytiker im Fußball. Er arbeitet an einer kleinen Universität in Belgien, hat aber nach Meinung vieler Experten den modernen datengetriebenen Fußball mehr geprägt, als jeder andere.
Wie Jesse Davis den Fußball sieht, darüber hat Franz Zeller mit dem Computerwissenschafter gesprochen.
Wofür braucht es noch die Menschen im Fußball?
Der moderne Fußball ist also ein großes Stück technologiegetriebener geworden. War der Auftritt eines Spielers vor einigen Jahrzehnten nur subjektiv erfassbar, wird nun genau gemessen. Doch auch Fußballdaten haben ihre Grenzen.
Nikita Elsler hat nachgefragt, welche Rolle der Mensch im Fußball noch spielt. Und spricht dafür zum Beispiel mit einem Trainer, der die ganzen Infos aus den Daten in konkrete Spieltaktiken umwandeln muss.
Spielerdaten bestimmen den Transferwert
Die Vermessung des Fußballs gibt uns Wahrscheinlichkeiten, aus welchen Situationen ein Tor fällt oder welche Teams sich Hoffnung auf einen Weltmeistertitel machen können. Aber auch auf der ganz individuellen Ebene werden die einzelnen Spielerinnen und Spieler vermessen - und so zum Beispiel ihr Wert auf dem Transfermarkt ermittelt.
Wo das sinnvoll ist und wo nicht, darüber haben Philipp Maschl und Franz Zeller mit dem ÖFB- Chef-Analytiker Stefan Oesen gesprochen.
Eine FIFA-KI gegen Hass im Netz
Der Fußball hat aber leider nicht nur schöne Seiten. Wenn ein Spieler eine Chance verhaut oder einen Elfmeter vergibt, dann weht ihm nicht selten ein Shitstorm in den Sozialen Medien entgegen. Und diese Shitstorms können auch rassistische oder homophobe Beschimpfungen enthalten.
Um dem entgegenzuwirken, setzt der Weltfußballverband FIFA bei dieser Weltmeisterschaft verstärkt künstliche Intelligenz auf Social Media Plattformen ein. So sollen Fußballspieler, Trainer und ganze Teams vor Hass im Netz geschützt werden. Robin Aydinonat hat mit Fabian Beer, Redakteur beim österreichischen Fußballmagazin "Ballesterer", über das "FIFA Social Media Protection Service" gesprochen.
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