Gedanken
Karin Bergmann, Intendantin der Salzburger Festspiele
Karin Bergmann zeichnet als erste Frau in der Geschichte der Salzburger Festspiele für die künstlerische Leitung des Festivals an der Salzach verantwortlich. Die 73-jährige Kulturmanagerin lebt vor, dass im männerdominierten Kulturbereich nicht nur lautstarker Theaterdonner zum Erfolg führt, vielmehr leise Zwischentöne.
5. Juli 2026, 09:05
1953 als älteste Tochter einer Grubenarbeiter-Familie im Ruhrgebiet geboren, wurde sie mit 26 Jahren Assistentin von Claus Peymann am Schauspiel Bochum. Es folgte ein Engagement am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 1986 kam sie mit Claus Peymann als Pressesprecherin an das Burgtheater. Rudi Klausnitzer warb sie 1993 für die Vereinigten Bühnen ab, 1996 heuerte sie an der Volksoper bei Klaus Bachler an, dessen Stellvertreterin sie von 1999 - 2009 auch am Burgtheater war; dem Haus, das sie von 2014 - 2019 auch als erste Burgtheaterdirektorin in der fast 250-jährigen Geschichte des Theaters leitete. Seit 2022 verantwortet sie Schauspiel/Literatur bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden. Bis Herbst 2027 leitet sie als Intendantin die Salzburger Festspiele.
Ihre Aufgabe als Intendantin sieht Karin Bergmann darin für ihre MitarbeiterInnen ständig ein offenes Ohr zu haben. Zu fast jeder Zeit kann fast jeder, der will, in ihr Büro kommen, muss sich jedoch auch darauf gefasst machen, dass Karin Bergmann ihm oder ihr die Wahrheit zumutet. Einer der größten Männerfehler sei ja, sagt die Kulturmanagerin jemandem schönzutun, damit er einen dann in der Chefrolle nicht kritisiere. Das kann sie nun gar nicht brauchen. Und auch darüber wolle sie sich nichts vormachen, sagt Bergmann: Begabung habe im Schauspielergewerbe nun mal nichts mit Charakter zu tun.
Sendereihe
Gestaltung
- Gerhard Hafner
