Radiokolleg

250 Jahre USA - Ups & Downs der Demokratie (1)

Was war 1776? - Die Gründungsphase

Aus dreizehn Kolonien entsteht eine neue Nation: Der Weg der Vereinigten Staaten führt von der Unabhängigkeitserklärung über den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis zur internationalen Anerkennung. Doch von Beginn an prägen auch Spannungen und Widersprüche dieses junge Land - zwischen Freiheit und Ausgrenzung.

Mit einer "Tea Party" fing es an:
Am 16. Dezember 1773 fand im Hafen von Boston eine "Tea Party" der besonderen Art statt: Aus Protest gegen die Steuerpolitik Großbritanniens kaperten als Indianer verkleidete Kolonisten Schiffe der britischen "East India Company" und warfen deren Fracht - Tee - ins Wasser. Die heutige Geschichtsschreibung sieht diesen amerikanischen Gründungsmythos kritisch und stellt in Frage, ob es sich dabei wirklich um einen spontanen Volksaufstand handelte.
Gestaltung: Richard Brem

Die Unabhängigkeitserklärung als Grundlage einer Nation
Am 4. Juli 1776 unterzeichneten die "Gründerväter" die "Declaration of Independence" in Philadelphia, ein wortgewaltiges Dokument, das gleichzeitig die Loslösung vom britischen Königreich und die Gründung einer Nation verkündete. "Life, Liberty and the pursuit of Happiness" sowie "all men are created equal" sind die wohl bekanntesten Passagen. Doch bereits damals orteten kritische Stimmen eine bittere Ambivalenz, denn für wen gilt diese Freiheit und das Streben nach Glück?
Gestaltung: Julia Reuter

George Washington - Porträt eines Nationbuilders
George Washington gilt als Gründervater der Vereinigten Staaten. Als Sieger im Unabhängigkeitskrieg und erster Präsident der jungen Republik ging der Upper-Class-Spross aus Virginia in die Geschichte ein. Doch hinter dem Mythos des Nation-Builders steht eine widersprüchliche Figur: ein machtbewusster Politiker, ein geschickter Stratege - und ein entschiedener Verteidiger der Sklavenhaltergesellschaft, von der er selbst profitiert hat.
Gestaltung: Günther Kaindlstorfer

13 Sterne und der Weg zur Wahl
Philadelphia, 1787. Die Delegierten des US-Verfassungskonvents wollen weder Monarchie noch direkte Volkswahl. Die Lösung: ein Gremium von Wahlleuten bestimmt indirekt den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wahlberechtigt sind zunächst fast nur weiße Männer mit Besitz. Erst Jahrzehnte später weiten Verfassungsänderungen und Bürgerrechtsbewegungen das bis heute gültige Wahlrecht aus.
Gestaltung: Barbara Volfing

Ups & Downs der Demokratieentwicklung
Im Lauf ihrer Geschichte haben die Vereinigten Staaten, eine der am längsten bestehenden Demokratien der Welt, mehrmals mit der Umsetzung ihrer Ideale ringen müssen. So folgte dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges 1865 die Abschaffung der Sklaverei, die kurz darauf mit der sogenannten "Jim-Crow-Ära", der Rassentrennung, konfrontiert wurde. Die hart erkämpften Frauenrechte stehen gegenwärtig der Abschaffung des Rechts auf Abtreibung gegenüber; und die Watergate Affäre, die noch bis vor einem Jahrzehnt als die größte Verfassungskrise der USA galt, wirkt fast schon harmlos im Vergleich zu Ereignissen wie dem Sturm aufs Kapitol am 6. Jänner 2021.
Gestaltung: Julia Reuter

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