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Radiokolleg
250 Jahre USA - Ups & Downs der Demokratie (1)
Was war 1776? - Die Gründungsphase
6. Juli 2026, 09:05
Aus dreizehn Kolonien entsteht eine neue Nation: Der Weg der Vereinigten Staaten führt von der Unabhängigkeitserklärung über den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis zur internationalen Anerkennung. Doch von Beginn an prägen auch Spannungen und Widersprüche dieses junge Land - zwischen Freiheit und Ausgrenzung.
Mit einer "Tea Party" fing es an:
Am 16. Dezember 1773 fand im Hafen von Boston eine "Tea Party" der besonderen Art statt: Aus Protest gegen die Steuerpolitik Großbritanniens kaperten als Indianer verkleidete Kolonisten Schiffe der britischen "East India Company" und warfen deren Fracht - Tee - ins Wasser. Die heutige Geschichtsschreibung sieht diesen amerikanischen Gründungsmythos kritisch und stellt in Frage, ob es sich dabei wirklich um einen spontanen Volksaufstand handelte.
Gestaltung: Richard Brem
Die Unabhängigkeitserklärung als Grundlage einer Nation
Am 4. Juli 1776 unterzeichneten die "Gründerväter" die "Declaration of Independence" in Philadelphia, ein wortgewaltiges Dokument, das gleichzeitig die Loslösung vom britischen Königreich und die Gründung einer Nation verkündete. "Life, Liberty and the pursuit of Happiness" sowie "all men are created equal" sind die wohl bekanntesten Passagen. Doch bereits damals orteten kritische Stimmen eine bittere Ambivalenz, denn für wen gilt diese Freiheit und das Streben nach Glück?
Gestaltung: Julia Reuter
George Washington - Porträt eines Nationbuilders
George Washington gilt als Gründervater der Vereinigten Staaten. Als Sieger im Unabhängigkeitskrieg und erster Präsident der jungen Republik ging der Upper-Class-Spross aus Virginia in die Geschichte ein. Doch hinter dem Mythos des Nation-Builders steht eine widersprüchliche Figur: ein machtbewusster Politiker, ein geschickter Stratege - und ein entschiedener Verteidiger der Sklavenhaltergesellschaft, von der er selbst profitiert hat.
Gestaltung: Günther Kaindlstorfer
13 Sterne und der Weg zur Wahl
Philadelphia, 1787. Die Delegierten des US-Verfassungskonvents wollen weder Monarchie noch direkte Volkswahl. Die Lösung: ein Gremium von Wahlleuten bestimmt indirekt den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wahlberechtigt sind zunächst fast nur weiße Männer mit Besitz. Erst Jahrzehnte später weiten Verfassungsänderungen und Bürgerrechtsbewegungen das bis heute gültige Wahlrecht aus.
Gestaltung: Barbara Volfing
Amercian Creed vs Demokratieentwicklung
Im Lauf ihrer Geschichte haben die Vereinigten Staaten, eine der am längsten bestehenden Demokratien der Welt, mehrmals mit der Umsetzung ihrer Ideale ringen müssen. So folgte dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges 1865 die Abschaffung der Sklaverei, die kurz darauf mit der sogenannten "Jim-Crow-Ära", der Rassentrennung, konfrontiert wurde. Die Bürgerrechtsbewegung der 1950er und -60er Jahre führte zum Ende der Segregation, zu neuen Wahlrechten und Rechten für Frauen. Rechte, die gegenwärtig wieder zurückgeschraubt werden.
Gestaltung: Julia Reuter
Service
Radiokolleg-Podcast
Philipp Gassert, "Die bipolare Nation. Was Amerika der Welt gegeben hat. Im Guten wie im Schlechten", dtv
Hiram Kümper, "Mythos 1776. Traum und Erwachen der amerikanischen Nation", Propyläen
Steven Levitsky/Daniel Ziblatt, "Wie Demokratien sterben", Pantheon
Arthur Landwehr, "Die zerrissenen Staaten von Amerika. Alte Mythen und neue Werte - ein Land kämpft um seine Identität", Droemer Knaur
Jill Lepore, "We the People. Eine Geschichte der amerikanischen Verfassung", C.H. Beck
Adrian Daub, "Was das Valley herrschen nennt", Edition Suhrkamp
Ron Chernow, "Washington. A Life", Penguin Books
Ezra Klein, "Der tiefe Graben. Die Geschichte der gespaltenen Staaten von Amerika", Hoffmann & Campe
Manfred Berg, "Amerikas Demokratie. Eine kurze Geschichte von der Unabhängigkeit bis Donald Trump", Klett-Cotta
Manfred Berg, "Das gespaltene Haus: Eine Geschichte der Vereinigten Staaten von 1950 bis heute" Klett-Cotta
Alexander Keyssar, "Why Do We Still Have the Electoral College?", Harvard University Press
Alexander Keyssar, "The Right to Vote: The Contested History of Democracy in the United States", Basic Books
Sarah M.S. Pearsall: "Freiheit: Eine neue Geschichte der Amerikanischen Revolution", Rowohlt Verlag, Berlin
Lothar Höbelt: "250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika", Karolinger Verlag, Wien
Colin Woodard: "American Nations - A History of the Eleven Rival Regional Cultures of North America", Penguin Publishing Group, New York
Charles R. Kesler: "Crisis of the Two Constitutions: The Rise, Decline, and Recovery of American Greatness", Encounter Books, New York
Michael Anton: "After the Flight 93 Election: The Vote that Saved America and What We Still Have to Lose", Encounter Books, New York
Jessica Gienow-Hecht: "Vom Staat zur Marke. Die Geschichte des Nation Branding", Reclam Verlag, Ditzingen
Oliver Rathkolb: "Kontrollierte Freiheit: Die Alliierten in Wien - Kulturpolitik 1945-1955", Residenz Verlag, Wien
The Flight 93 Election
Colin Woodards "Nationhood Lab"
