Abstraktion in Blau und Rot

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Blaue Stunde

Prix Palma: neue europäische Radiokunst

  1. Denken mit den Ohren, Miniatur 22 von Sam Auinger: Lärm
  2. "rocococorecore" von Antonia Alessia Virginia Beeskow (SWR/ORF 2025)
  3. "Skywave" von Jacob Kirkegaard (WDR 2026)

In der neuen Miniatur der Reihe "Denken mit den Ohren" von Sam Auinger geht es um Lärm und Lautheit. Sam Auinger ist Klangkünstler und Soundforscher und erklärt in "Denken mit den Ohren" - mittlerweile ist es schon die 22. Folge - Phänomen des Klangs, der Akustik und ihrer Wahrnehmung. Außerdem in Blaue Stunde zu hören sind zwei Stücke, die zum Prix Palma Ars Acustica eingereicht wurden und in der Gunst der Jury hoch lagen.

  1. "rocococorecore" von Antonia Alessia Virginia Beeskow (SWR/ORF 2025)
Das Hörstück ist ein Konvolut von Textfragmenten, Samples und Medienversatzstücken, die im Social Media Account der Autorin Antonia Beeskow gespeichert wurden. Der Stücktitel verweist auf zwei Phänomene. Mit corecore werden Elemente bezeichnet, die Inhalte aus Film, Fernsehen, Podcasts, Nachrichten und Social Media mit einem Gefühl von Schwermut und Bedeutungslosigkeit vermischen. Rokoko leitet sich ab von Rocaille, das Muschelwerk als Motiv, und beschreibt und verstärkt das Ornamentale, eine Hommage an die Asymmetrie, Übertreibung und Unschärfe im Zeitalter der kurzen Aufmerksamkeitsspanne.
Mit Textfragmenten von Bertolt Brecht, David Jones, William Butler Yeats, Chiara Marcassa, Alex Cuff, Joy Division, Charles Babbage, Edgar Allan Poe und Zitaten aus dem Internet.
Stimmen: Marie Popall, Frithjof Gawenda und die Autorin.
Regie und Komposition: die Autorin
Ton und Technik: Daniel Sänger und Sonja Röder.
Redaktion und Dramaturgie: Frank Halbig.
Das Stück, das durch das Produktionsstipendium des Südwestrundfunks zum Karl-Sczuka-Förderpreis 2024 sowie in Koproduktion mit Ö1 Kunst zum Hören entstanden ist, wurde beim Prix Palma Ars Acustica mit einer lobenden Erwähnung bedacht.
  1. "Skywave" von Jacob Kirkegaard (WDR 2026)
"Skywave. Ein Kurzwellenspektakel" ist eine Hommage an die Frequenzen zwischen 3 und 30 MHz des renommierten dänischen Klangkünstlers Jacob Kirkegaard.
Kurzwellen gelten als widerstandsfähige, nicht zurückverfolgbare Signale und dienen noch immer als diskreter Kommunikationskanal. Z.B. zwischen Staaten und Nachrichtendiensten. Jacob Kirkegaard komponiert mit Kurzwellen-Funkphänomenen: Frequenz-Triller, Morsefolgen aus Zahlensender-Übertragungen, codierte Stimmen, dichtes Brummen und das Rauschen zwischen den Frequenzen.
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Seit 2013 wird der Prix Palma Ars Acustica als ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, der von der Ars Acustica Gruppe der Europäischen Rundfunk Union organisiert wird. Herausragende Radiokunstproduktionen werden gefördert: Radiokunst, Klangkunst, Medienkunst, Text-Klang-Kompositionen, elektroakustische Musik, Live-Electronica, etc. - für all diese Sparten ist der Wettbewerb offen. Eingereicht werden Stücke von den Mitgliedern der Ars Acustica, also Radiokunst-Redaktionen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in ganz Europa.

Sendereihe

Gestaltung

  • Anna Soucek