Gerhard Käfel
Vom Leben der Natur
Die Furzgrundel - Fisch des Jahres 2026
Der Biologe Gerhard Käfel erzählt über die Forschung zum Europäischen Schlammpeitzger.
8. Juli 2026, 08:55
Der Europäische Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), ein aalförmiger, langgestreckter Fisch, lebt in seichten, stehenden oder langsam fließenden Gewässern in Auen und Überschwemmungsgebieten. Bei Frost oder Trockenheit kann er sich tief in den Schlamm eingraben und so mehrere Monate überleben.
Er kann dafür Luft schlucken und den Sauerstoff über den Darm ins Blut aufnehmen. Weil er die Luft über den Anus blubbernd und quietschend wieder ausstößt, erhielt er den Volksnamen "Furzgrundel". Der Schlammpeitzger ist ein Überlebenskünstler, doch sein Lebensraum ist durch die Regulierung von Flüssen und die Austrocknung von Auen knapp geworden.
Mit einem Projekt, gefördert aus dem Biodiversitätsfonds, wurden bei Hohenau an der March in Niederösterreich Laichgewässer für den Schlammpeitzger geschaffen bzw. revitalisiert. Mit begleitender Forschung soll untersucht und überprüft werden, welche Maßnahmen wirken. In Österreich wurde er für das Jahr 2026 zum "Fisch des Jahres" gewählt.
Service
Gesprächspartner:
Dr. Gerhard Käfel ist Biologe und hat in der Wasserwirtschaftsabteilung des Landes Niederösterreich gearbeitet. In seiner Pension widmet er sich dem Fisch, mit dem er sich schon Anfang der 1990er Jahre in seiner Dissertation beschäftigt hat: Dem Europäischen Schlammpeitzger.
DI Thomas Zuna-Kratky ist Landschaftsökologe und Obmann des Vereins "Auring" in der niederösterreichischen Gemeinde Hohenau an der March.
Schlammpeitzger-Projekt
Fisch des Jahres 2026 Österreich
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- Sonja Bettel
