Science Arena

Corona: Wie lebte es sich in der Haut des anderen?

Wegen der großen Nachfrage nach Daphne Hrubys "Science Arena" zum Thema "Corona: Aufarbeitung der Aufarbeitung" hier nun ein Nachschlag:
Wenn es an die Aufarbeitung der Corona-Jahre geht, wirft jede Seite mit Zahlen um sich, die dann oftmals aus dem Zusammenhang gerissen und damit verzerrt sind. Da werden Todesopfer gegen Schäden aus der Maßnahmenpolitik aufgerechnet. Dabei wird hier wie dort übersehen, was diese Zeit konkret für Menschen bedeutet hat und wie unterschiedlich sich die Lebensrealitäten gestaltet haben. Da gab es Menschen, die Angehörige an Covid-19 verloren haben. Da existierten Sorge und Angst.

Auf der anderen Seite gab es Menschen, die aus der Gesellschaft ausgegrenzt wurden, die man sozial wie auch beruflich stigmatisierte. Dazwischen gab es Menschen, die an vorderster Front standen - wie das medizinische Personal - oder Menschen, die das Lagebild abzuschätzen versuchten - etwa Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Und hier wie dort gab es wiederum Menschen, die sich entweder offen für die Maßnahmenpolitik aussprachen und dafür dann teils attackiert wurden - als auch Menschen, die entsprechende Verordnungen in Frage stellten und sich deswegen mit Disziplinarverfahren konfrontiert sahen.
Drohungen - die teils sogar nach Leib und Leben trachteten - fanden ebenfalls auf beiden Seiten statt.
Eine Aufarbeitung, die sich rein auf der kognitiven Ebene vollzieht, übersieht die emotionalen und seelischen Spuren, die diese Jahre bei Menschen hinterlassen haben. Bis heute wissen und verstehen viele nicht, wie es sich in der Haut des jeweils anderen gelebt und angefühlt hat.
Schon der Psychiater und "Seelendoktor" der Nation, Erwin Ringel, wusste: Was kränkt, macht krank - individuell wie auch kollektiv. In dieser Sendung sollen Menschen aus den unterschiedlichen Lebensrealitäten respektvoll aufeinandertreffen und Erlebtes analysiert werden.

Gestaltung: Daphne Hruby

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