Francesco Guccini

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Francesco Guccini (1940-2026)

Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs. Zur Erinnerung an den Musiker und Dichter, Dialektforscher, Buchautor, Zeichner und Schauspieler Francesco Guccini

Er galt als Intellektueller unter den Cantautori - einer, der in poetischer Sprache Widersprüche formulierte, Tabus und Konflikte ansprach. Ein Linker, der auch von Konservativen geschätzt wurde, ein Humanist, dem das Erzählen von Menschen, ihren Taten und Beziehungen, wichtiger war als Ideologie.

Am 14. Juni 1940 wird Francesco Guccini in Modena geboren. Die ersten Lebensjahre, zugleich Kriegsjahre, verbringt er bei den Großeltern im Gebirgsdorf Pàvana in der Provinz Pistoia, die Jugend in Modena. Mit 21 Jahren zieht die Familie nach Bologna. Die Orte seines Lebens sind wiederkehrende Themen seiner Lieder und Bücher.

Die Sängerin Caterina Caselli und die Folkrock-Gruppe I Nomadi machen Guccinis Lieder bekannt, bevor er selbst als Musiker Erfolg hat - der stellt sich 1972 ein, mit seinem vierten Album "Radici" ("Wurzeln"). Den großen Durchbruch bringt 1976 das Album "Via Paolo Fabbri 43", nach Guccinis Wohnadresse in Bologna benannt - und damit nach dem Namensgeber der Straße, einem Widerstandskämpfer gegen die italienischen Faschisten. In seinen politischen Liedern der 1960er und 1970er Jahre thematisiert Francesco Guccini die atomare Aufrüstung oder das Konfliktthema Abtreibung, mit einem Lied über Auschwitz bringt er die Shoah ins öffentliche Bewusstsein. Sein vermeintlich atheistisches Lied "Dio è morto" ("Gott ist tot") wird zum Thema einer Kontroverse: in den öffentlich-rechtlichen Sendern der RAI verboten, wird es von Radio Vatikan gespielt.

Vor allem aber erzählt Francesco Guccini Geschichten: von Odysseus und Columbus, von den Metropolen Byzanz, Venedig, Bologna, aber auch über den negativen Gegenpol der Stadt: das (Straf- oder Konzentrations-)Lager. Eines seiner bekanntesten Lieder thematisiert die Betroffenheit über den tödlichen Verkehrsunfall einer Freundin, "Canzone per un' amica" wird lange seine Konzerte eröffnen.

1989 erscheint Francesco Guccinis erster Roman, rund drei Dutzend weitere Bücher folgen: Erzählungen und Essays, Romane und Kriminalromane. Dazu zeichnet er zehn Bände mit Comic Strips. Guccini spielt in anderthalb Dutzend Filmen, für weitere hat er die Musik geschrieben. Er ist als Lexikograph und Dialektforscher tätig, singt auch gelegentlich im Dialekt von Modena oder dem nahegelegenen Apennin.

Am 6. August starb Francecso Guccini mit 86 Jahren im geliebten Dorf seiner Kindheit, seit über zwanzig Jahren wieder sein Zuhause.

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