Apropos Klassik

Die großen Jahre des Rafael Kubelik

Ein Dirigent zwischen "böhmischer" Tradition und Moderne

Dass Konzerte Geschichte mit-schreiben, kommt nicht oft vor. Der "Ode an die Freiheit" (Beethoven mal Leonard Bernstein), Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer, gelang das, und ebenso Rafael Kubeliks Wiederauftreten in Prag, mit Smetanas "Vaterland" und der Tschechischen Philharmonie 1990. Dass er, der 1948 die damalige Tschechoslowakei verlassen hatte, diesen Moment als alter Mann noch erleben durfte . und das wieder freie tschechiche Volk mit ihm! (Aus Gesundheitsgründen war Kubelik schon lange davor nicht mehr aufgetreten.)

Rückblende: Mitte der 1950er Jahre hat sich Rafael Kubelik in Wien, Salzburg und Amsterdam, in Berlin, Luzern und Chicago einen Namen gemacht. Man assoziiert ihn mit slawischer Musik der Romantik, aber auch mit Janacek und Strawinsky. Für die Klassik bevorzugt Kubelik einen herzhaften, aber nie "fetten" Ton, sein (oft beschworenes) Musikantentum paart sich mit Präzision. Kubelik, "ein vortrefflicher Schlagtechniker, dessen ausdrucksvolle Gestik von klaren, zielsicheren Einsätzen gestützt wird", wird denn zu seiner Hoch-Zeit beschrieben als "Sinnen- und Farbenmusiker": "unmittelbar, warmherzig, vital und temperamentvoll". Alle diese Atouts kann der Dirigent zwischen 1961 und 1979 als Chefdirigent beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ausspielen. Da glänzte München, in musikalischer Hinsicht! Vieles aus Kubeliks Diskographie will neu oder wieder gehört sein, auch sein anti-exzentrischer Mahler-Symphonien-Zyklus.

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel

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