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Ex libris
Milena Michiko Flasar im Sommergespräch
Milena Michiko Flasar wurde 1980 in St. Pölten als Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters geboren. Der große Durchbruch gelang ihr 2012 mit dem Roman "Ich nannte ihn Krawatte".
9. August 2026, 16:00
In diesem Werk - wie auch in ihren weiteren Büchern - stehen Menschen im Mittelpunkt, die aus den Verwertungszusammenhängen moderner Gesellschaften herausgefallen sind. Der Fokus von Milena Michiko Flasar liegt dabei auf der Phänomenologie der Entfremdung.
In ihrem aktuellen Essay "Gedankenspiele über die Einsamkeit" reflektiert sie diese thematische Konstante und weist dem Gefühl der Einsamkeit "die geheime Hauptrolle" in ihrem Schaffen zu. Obwohl Milena Michiko Flasar auf Deutsch schreibt, spielen ihre Geschichten in Japan. Sie nutzt kulturspezifische Phänomene wie Hikikomori (extremer sozialer Rückzug) oder Kodokushi (einsames Sterben) als Folie, um über universelle, existenzielle Fragen des Menschseins nachzudenken.
Im "Ex-libris"-Sommergespräch erzählt die Autorin vom Aufwachsen im Spannungsfeld zweier Kulturen, erläutert die "Poetik des Kleinen" in ihrer Literatur und geht der Frage nach, was sich von Japan über das Sterben lernen lässt.
Service
Auswahl der Werke von Milena Michiko Flasar:
"Ich nannte ihn Krawatte", Verlag Klaus Wagenbach, 2012
"Herr Kato spielt Familie", Verlag Klaus Wagenbach, 2018
"Oben Erde, unten Himmel", Verlag Klaus Wagenbach, 2023
"Der Hase im Mond", Verlag Klaus Wagenbach, 2025
"Sterben lernen auf Japanisch", Wasser Publishing, 2025
"Gedankenspiele über die Einsamkeit", Literaturverlag Droschl, 2026
Sendereihe
Gestaltung
- Natasa Konopitzky
