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Gedanken für den Tag
Asterix und Lucky Luke
Christian Herret, Pressereferent der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, zum 100. Geburtstag von René Goscinny
10. August 2026, 06:57
Wenn ich die Augen schließe und an das kleine gallische Dorf von Asterix denke, höre ich herzliches Gelächter, das Gezeter einer Streiterei, ich kann das nahe Meer riechen, die Fische, den Wald - und vor allem das über offenem Feuer bratende Wildschwein. Ein Fest liegt in der Luft. Es ist die pure Leichtigkeit des Seins. Die Gallier haben vor nichts und niemandem Angst - außer, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt.
Die Welt, in der René Goscinny aufgewachsen ist, hat ganz anders ausgeschaut. Er ist das Kind jüdischer Einwanderer gewesen. Seine Familie kommt ursprünglich aus Polen und der Ukraine und ist vor brutalen Pogromen zuerst nach Paris geflohen und später weiter nach Argentinien. Während René in Buenos Aires aufgewachsen ist, sind viele seiner Verwandten, im Holocaust ermordet worden. Als junger Mann hat er sich dann in New York jahrelang mittellos durchgeschlagen - direkt am Rande der Existenz.
Für mich grenzt es ein wenig an ein Wunder, dass ein Mensch mit dieser Biografie nicht voller Zorn und verbittert ist. Stattdessen widmet er sein Leben Menschen, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Sein Humor kommt nicht mit dem Holzhammer. Die Pointen sind wohlüberlegt, sanft und nicht verletzend. Eine gezielt erzählte Überlebensstrategie. Das Trauma wird nicht weggelacht, es wird verwandelt. Das kleine gallische Dorf trotzt in einer zusammenbrechenden Welt einem brutalen Besatzer. Es ist der zeitlose Traum von einem sicheren Zufluchtsort. Seine Tochter Anne Goscinny ist überzeugt davon, dass mit dem Zaubertrank, den ihr Vater den großen Druiden Miraculix brauen lässt, das Lachen gemeint ist.
Humor nicht als Abwesenheit von Ernst, sondern als würdevolle Antwort auf das Tragische. Ein seelisches Immunsystem, das uns davor bewahrt, an der Welt zu verzweifeln. Lachen befreit. Es ist kein Luxus. Es ist Widerstandskraft.
Service
Anne Goscinny, "Das Klimpern der Schlüssel. Brief an meinen Vater", Verlag Diogenes 2026
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Sendereihe
Gestaltung
Playlist
Komponist/Komponistin: Jean Jacques Goldman
Komponist/Komponistin: Roland Romanelli
Bearbeiter/Bearbeiterin: Hubert Bougis
Gesamttitel: ASTERIX & OBELIX GEGEN CAESAR / Original Filmmusik
Titel: Asterix und Obelix gegen Caesar
Orchester: London Symphony Orchestra
Leitung: David Snell
Länge: 02:16 min
Label: Epic EPC 4942332
