Ausgewählt
"Eine unverschämte Stimme"
Zum 60. Todestag von Jan Kiepura (1902 - 1966)
11. August 2026, 10:05
"Der König der polnischen Tenöre!" So wurde schon der 22-jährige bejubelt, und als Gewinner eines Warschauer Gesangswettbewerbs vom Fleck weg an die dortige Oper engagiert. Zwei Jahre später gab er dem Wiener Staatsoperndirektor Franz Schalk ein C-gespicktes Vorsingen, worauf dieser meinte: "Sie haben eine unverschämte Stimme." Und Jan Kiepura begann seinen Wiener Triumphzug: Auf sein Debüt als Cavaradossi ("Tosca") im September 1926 folgte der Kalaf in der ersten "Turandot"-Produktion an der Ringstraße, dann die Uraufführung von Korngolds "Wunder der Heliane". Der Tonfilm ließ ab 1930 Kiepuras Karriere explodieren. Streifen wie "Die singende Stadt", "Ich liebe alle Frauen" und "Zauber der Bohème" machten ihn bei einem Millionenpublikum populär, und das nicht nur als schauspielender Opernsänger, sondern auch als Schlagerinterpret mit Werken von Robert Stolz, Walter Jurmann, Mischa Spoliansky und anderen. 1936 heiratete er die Sopranistin Marta Eggerth - und ein neues Traumpaar war geboren. Zunächst für den europäischen Film, nach dem erzwungenen Exil in die USA auch für die Operette: Über 2000 mal traten Eggerth und Kiepura am Broadway und in landesweiten Tourneen in Franz Lehárs "Die lustige Witwe" auf.
Opernhits, Crossover-Perlen, aber auch Raritäten (wie eine Arie aus Feliks Nowowieskis Oper "Ostseelegende") prägen diese Gedenksendung ebenso wie einige Anekdoten aus den Erinnerungen des langjährigen Kiepura-Sekretärs Marcel Prawy.
Sendereihe
Gestaltung
- Christoph Wagner-Trenkwitz
