Betrifft: Geschichte

Die Iberer

Auf den Spuren einer eisenzeitlichen Kultur. Mit: Carme Rovira Hortalà, leitende Kuratorin am Museu d'Arqueologia de Catalunya, Barcelona und Franz Pieler, Leiter der Sammlung aus Urgeschichte und Historischer Archäologie der Landessammlungen Niederösterreich und wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ. Gestaltung: Barbara Volfing.

Zwischen dem 6. Jahrhundert und dem 1. Jahrhundert vor Christus siedeln verschiedene, durch kulturelle Gemeinsamkeiten verbundene Gemeinschaften auf der iberischen Halbinsel: in Gebieten des heutigen Spaniens, Portugals und auch in einem kleinen Teil Frankreichs. Bekannt sind sie unter dem Namen Iberer. Die Iberer verfügen über weitreichende Kontakte, die sich von den griechischen Kolonien an der Küste über die keltischen Stämme im Landesinneren bis hin zu den phönizischen Händlern des Mittelmeerraums erstrecken.

Durch dieses weit verzweigte Handelsnetzwerk wird das iberische Kunsthandwerk weithin bekannt. Und auch der Reichtum an Bodenschätzen der Region. Kupfer, Eisen, Gold und Silber - diese Ressourcen erwecken das Interesse von Rom und Karthago, das schließlich zum Verlust der iberischen Eigenständigkeit führt. Mit dem Zweiten Punischen Krieg zwischen 218 und 201 vor Christus beginnt die Präsenz Roms in den Gebieten der Iberer, die schließlich Teil des römischen Reiches werden.

Trotz zahlreicher archäologischer Funde gibt diese eisenzeitliche Kultur bis heute Rätsel auf. Die iberische Schrift ist dank zahlreicher Inschriften bekannt, die etwa auf Keramikgeschirr, Grab- oder Weihesteinen gefunden wurden. Entschlüsselt werden konnte das Geschriebene bisher nicht. Auch die Kunstwerke lassen Fragen offen. Als bekanntestes Kunstwerk der iberischen Kultur gilt die "Dama de Elche". Die Funktion dieser Frauenbüste ist noch nicht geklärt. Ebenso wenig, ob es sich dabei um die Darstellung einer Person oder einer Gottheit handelt. Ende des 19. Jahrhunderts wird die Büste der "Dama de Elche" für den Pariser Louvre erworben und dort ausgestellt. In dieser Zeit entstehen mehrere Repliken des Kunstwerks. Erst 1941 kehrt das Original nach Spanien zurück und wird heute nicht mehr außer Landes gezeigt.

Eine dieser historischen Repliken der "Dama de Elche" ist derzeit auch im MAMUZ Museum Mistelbach zu sehen. Dort entführt noch bis 29. November 2026 eine aktuelle Ausstellung in "Die geheimnisvolle Welt der Iberer". Die Kuratorin Carme Rovira Hortalà und der Archäologe Franz Pieler sind tief in die Geschichte dieser Kultur eingetaucht und zeigen auf, was über die Iberer bekannt ist - und was noch immer im Verborgenen weilt.

Service

Ausstellung "Die geheimnisvolle Welt der Iberer"
14. März bis 29. November 2026
Di-So, 10 bis 17 Uhr
MAMUZ Museum Mistelbach

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Sendereihe

Gestaltung

  • Barbara Volfing