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Hörbilder Spezial
Dirigent Giuseppe Sinopoli und Richard Wagners "Parsifal"
Die letzten lauen Apriltage in Venedig: Giuseppe Sinopoli dirigiert am Teatro La Fenice Richard Wagners "Parsifal". Am Abend nach der Probe verliert sich der Musiker auf seinem Heimweg im Gewirr der Stadt.
15. August 2026, 10:05
Immer tiefer gerät er in das Labyrinth der Calle und Kanäle, bis er sich wirklich verirrt hat. Während die Symbolwelt Venedigs ihn in den Bann zieht, drängen sich ihm Leitmotive aus dem "Parsifal" auf, bis die Stadt und die Gralsgeschichte sich vereinen zu einem großen Thema - den Fragen nach dem Leben und dem Tod. Wenige Tage nach seinem plötzlichen Tod im April 2001 sollte der Komponist und Dirigent Giuseppe Sinopoli seinen zweiten Doktortitel erhalten: in Archäologie. Wie wichtig ihm die Beschäftigung mit alten Kulturen war, vor allem mit ägyptischer und griechischer Mythologie, schlägt sich auch nieder in seinem Roman "Parsifal in Venedig". Hier spannt er ein philosophisch-labyrinthisches Netzwerk, folgt transzendenten Inhalten in ihrer Symbolik und verhilft dem Begriff der "Ewigkeit" zu neuem Bewusstsein (RBB/DLF/SWR 2003).
