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Ö1 Kulturtalk
Die Kunst der Sommerfrische!
Christine Scheucher im Gespräch mit Almuth Spiegler (Die Presse), Michael Huber (Kurier) und Sabine B. Vogel (NZZ).
16. August 2026, 18:15
Wenn die Kunst in den öffentlichen Raum ausstrahlt, wird sie nicht selten zum Stein des Anstoßes. So geschehen im Sommer 2026. Im Juli verbeugte sich der deutsche Künstler Ottmar Hörl vor Salzburgs Genius Loci und installierte rund 320 goldene Mozart-Statuen im Barocken Ensemble des Mirabellgarten. Wer davon spricht, Kunst niederschwellig erlebbar zu machen, meint wohl Projekte wie jene von Ottmar Hörl. Die Sozialen Medien wurden mit Fotos von Mini-Mozarts geflutet, die Markenbotschaft stieß im globalen Dorf auf die gewünschte Resonanz. Allein! bereits Mitte August wurde die Aktion vorzeitig beendet. Souvenirjäger hatten so viele Statuen entwendet, dass von Hörls Kunstwerk nach einigen Wochen nicht mehr viel übrig war.
Wenige Gehminuten entfernt, im "Haus für Mozart", versuchte sich der deutsch-türkische Kunstbiennale-Teilnehmer Ersan Mondtag 100 Jahre nach der Salzburger Erstaufführung an Richard Strauß´ Metaoper "Ariadne auf Naxos". Statt in einem gediegenen Wiener Salon spielt Mondtags "Ariadne" in der Marskolonie eines superreichen Mäzens (Ähnlichkeiten mit politischen Akteuren der Gegenwart sind kein Zufall!).
Im Kärntner Renaissanceschloss Meiselberg kuratierte Agnes Husslein derweil eine Ausstellung mit hochkarätiger Gegenwartskunst. Wer erleben wollte, wie Hans Kupelwiesers Skulpturen in einem Swimmingpool treiben und die Arbeiten des anarchischen Kunstkollektivs Gelatin im feudalherrschaftlichen Setting wirken, war eingeladen, Kunst in einem Ambiente außerhalb des White Cube zu erleben. Die Kunst der Sommerfrische. Was kann sie? Wer braucht sie? Darüber diskutiert Christine Scheucher mit ihren Gästen.
Produktionsbetreuung: Lela Thun
