Ausgrabungen Königsberg

UNIVERSITÄT WIEN/INGRID KOWATSCHEK

Moment

Ein Dorf gräbt aus

Archäologie für alle am steirischen Königsberg.

Tieschen ist ein idyllischer Ort mit einer Bevölkerung von etwas mehr als 1.000, fast schon an der Grenze zu Slowenien, in einer Weingegend im Bezirk Südoststeiermark, der sich auch gerne Vulkanland nennt. Direkt hinter Tieschen erhebt sich der Königsberg bis auf 452 Meter Seehöhe, die rundliche Kuppe ist von dichtem Mischwald bedeckt. Schon seit mehr als 100 Jahren ist bekannt, dass es hier schon vor rund 3.000 Jahren eine Siedlung gegeben haben muss. Rund um das höchste Plateau sieht man noch deutlich die Umrisse eines menschengemachten Erdwalls und über die Jahrzehnte sind immer wieder Artefakte aus der Bronzezeit im Waldboden zum Vorschein gekommen. Die Funde aus dem 19. und 20. Jahrhundert sind in Museumsarchiven in Graz und in Wien verschwunden; dokumentiert oder publiziert wurde fast nichts. Das Interesse der lokalen Bevölkerung an der Urgeschichte "ihres" Berges wurde weitgehend ignoriert.
Seit 2021 findet hier wieder ein Grabungsprojekt der Universität Wien statt, das die Geschichte des Königsbergs neu erzählen will - diesmal gemeinsam mit den Ortsbewohnern und -bewohnerinnen. Freiwillige Helfer und Helferinnen aus der Umgebung im Alter von acht bis 80 Jahren lernen hier die Methoden der Archäologie vom Umgang mit Spaten und Kelle bis zum Laserscan und legen Keramikscherben, Werkzeuge und ganze Hausfundamente frei. Gemeinsam konnte das bunte Forschungsteam nachweisen, dass die Geschichte der menschlichen Besiedlung in dieser Region sogar bis in die Steinzeit zurückreicht und damit gut 2.000 Jahre älter ist, als bisher gedacht.

Sendereihe

Gestaltung

  • Xaver Forthuber