Abstraktion in Blau und Rot

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Blaue Stunde

Stimme und nichts als die Stimme

Aus dem Kunstradio-Archiv: "Literatur als Radiokunst" - Teil 1
  1. "Ikarus" von Elfriede Jelinek und Josef Klammer (2004)
  2. "bad sector" von Liesl Ujvary (2001)

Die Stimme, die Stimme und nichts als die Stimme als Experimentierraum für individuellen poetischen Eigen-Sinn war die Vorgabe der Ö1 Kunstradio Reihe "Literatur als Radiokunst". Im Zeitraum von 1999 bis 2014 entstanden 60 Radiostücke von Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich mit Fokus auf dem sprachlichen und dramaturgischen Experiment. Marie Christin Spatzek und Hans Groiss haben Stücke aus der Reihe ausgewählt und den Literaturwissenschaftler und Kurator von "Literatur als Radiokunst" um einen aktuellen Kommentar gebeten. Weiters werden aktuelle Sound Art Releases des Labels Gruenrekorder vorgestellt.

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  1. "Ikarus" von Elfriede Jelinek und Josef Klammer
"Den sieben Himmeln entgegen strebt der mythische "Ikarus", den sich Elfriede Jelinek anverwandelt. Der Männertraum vom mechanisch machbaren Fliegen zieht sich assoziativ über Otto Lilienthal bis zum Irakkrieg hin. Wo der Absturz gewiss ist, wird Elfriede Jelineks artikulierter Frauenmund keinen billigen Triumph formulieren: Mit Josef Klammer ist es wiederum ein Mann, der auf die weibliche Herausforderung kompositorisch reagiert, indem er mithilfe einer Sprachsynthese-Software die phonologisch - musikalischen Dynamiken des von der Autorin selbst gelesenen Prosastückes freilaufen lässt." (Chris Zintzen)
  1. Liesl Ujvary beobachtet den "bad sector" des Bewusstseins und der im Entstehungs8jahr des Stückes 2001 aktuellen Datenwelten: "irgendetwas geht kaputt, das kontrollgerät piept, multiple schichten von reflexionen überlagern sich akustisch. ein vielstimmiges brodeln, unterbrochen von lärmenden warnsignalen, breitet sich aus".
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1999 startete "Literatur als Radiokunst" auf Anregung der Künstlerin und Schriftstellerin Liesl Ujvary, ab 2001 wurde die Reihe vom Literaturwissenschaftler und Autor Chris Zintzen-Bader betreut. Das Ziel der Reihe war es, Autorinnen und Autoren an die autonome Produktion avancierter Klangwerke heranzuführen. Pro Jahr wurden vier Radiostücke im Studio des Wiener Funkhauses mit ORF Tonmeistern und Tonmeisterinnen produziert, ab 2005 in räumlichem Surround-Sound. Präsentiert wurden die Stück in zwei Kunstradio Sendungen pro Jahr.

"Literatur als Radiokunst" war der Versuch, eine andere Präsentationsform von Literatur im Radio abseits der traditionellen Genres wie "Lesung" und "Hörspiel" zu finden. Die Gestaltung der Textpräsentation wurde dabei völlig den Autorinnen und Autoren überlassen.

Der langfristigen Vorbereitung und drei konzentrierten Tagen im Studio folgte als "Nachspiel" zur Sendung immer ein Präsentationsabend in Surround-Qualität in Wiens Literarischem Quartier Alte Schmiede. Dort hatten Publikum, sowie Autoren und Autorinnen die Möglichkeit sich auszutauschen.

Service

Kunstradio: Literatur als Radiokunst

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"Ikarus"
Elfriede Jelinek Forschungszentrum
"Ikarus" Libretto
Elfriede Jelinek

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"bad sector"
Liesl Ujvary

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Brian House bei Gruenrekorder

Sendereihe

Gestaltung

  • Hans Groiss