SALZBURGER FESTSPIELE/MARCO BORRELLI
Opernabend - Salzburger Festspiele 2026
Hans Werner Henze: "Der Prinz von Homburg"
Mit Maximilian Schmitt (Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg), Tanja Ariane Baumgartner (Die Kurfürstin), Kathrin Zukowski (Prinzessin Natalie von Oranien), Lauri Vasar (Feldmarschall Dörfling), Georg Nigl (Prinz Friedrich Artur von Homburg), Anthony Robin Schneider (Obrist Kottwitz), Magnus Dietrich (Graf Hohenzollern) u.a.
ORF Radio-Symphonieorchester Wien; Dirigent: Ingo Metzmacher
(Live-Übertragung der konzertanten Aufführung aus der Felsenreitschule in Salzburg, in 5.1 Surround Sound)
20. August 2026, 19:30
"Mir ist völlig klar, dass die Freundschaft mit Dir die wichtigste menschliche Beziehung ist, die ich habe, und das soll auch so bleiben. . Und wo und wann sich unsere Wege auch immer kreuzen werden, es wird ein Fest sein", schreibt Ingeborg Bachmann 1956 an Hans Werner Henze. Sie sollte recht behalten: Bis zu Bachmanns frühem Tod bleiben die beiden freundschaftlich, vor allem aber künstlerisch miteinander verbunden. Der Prinz von Homburg ist eines der eindrucksvollsten Zeugnisse dieser innigen Beziehung.
Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann lernen sich Anfang der 1950er Jahre bei einem Treffen der berühmten Gruppe 47 kennen. Für Henze ist es keine einfache Zeit in Deutschland: Obwohl er bei Publikum und Veranstaltern große Erfolge feiert, wird er von den Vertretern der musikalischen Avantgarde kritisch beäugt. So könne man doch heute nicht mehr schreiben, urteilt Karlheinz Stockhausen. Vor allem mit seiner Leidenschaft für das Musiktheater macht sich Henze der Rückwärtsgewandtheit und des Traditionalismus verdächtig. 1953 kehrt er Deutschland den Rücken und lässt sich in seinem Sehnsuchtsland Italien nieder, umgeben vom Nachhall der antiken Künste und der großen Oper. Ingeborg Bachmann folgt ihm wenig später.
Im Sommer 1958 beginnen die beiden auf Anregung des italienischen Regisseurs Luchino Visconti mit der Arbeit an Der Prinz von Homburg. Von Anfang an verstehen sie das Werk als gemeinsames Projekt, in dem Musik und Sprache gleichwertige dramaturgische Kräfte bilden. "Ein zweites Leben in und mit der Musik" will Ingeborg Bachmann Heinrich von Kleists Text geben: Sorgfältig fächert sie das Drama rund um den verträumten Prinzen und den regelbedachten Kurfürsten auf und überträgt, strafft und vereint behutsam Szene um Szene zu einem neuen Ganzen.
Hans Werner Henze zeigt die beiden Weltordnungen der Handlung als musikalisches Spannungsfeld: Die Traumwelt des Prinzen zeichnet er mit sanften Streicherklängen und tonalen Fragmenten, die militärische Welt des Kurfürsten präsentiert er in strengen Reihen, begleitet von Trommel- und Paukenwirbeln. Außerdem schöpft Henze in Der Prinz von Homburg aus dem Formenreichtum der Operngeschichte: Mit barocken Techniken wie Passacaglia und Fuge bezieht er sich auf die historische Figur des Prinzen, in den erzählenden Rezitativen und gefühlsbetonten Arien spiegelt er die italienische Oper des 19. Jahrhunderts.
Die Uraufführung von Der Prinz von Homburg 1960 in Hamburg wurde zu einem großen Erfolg für Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze; dennoch ist das Werk heute vergleichsweise selten auf den Spielplänen zu finden. Unter der Leitung von Ingo Metzmacher bringt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien die Oper in einer konzertanten Fassung bei den Salzburger Festspielen erneut zur Aufführung. Ein außergewöhnliches Stück Musiktheatergeschichte und eine Hommage an zwei innig verbundene Menschen, die in diesem Sommer ihren 100. Geburtstag gefeiert hätten.
Text: Anna Jagenbrein
Service
Diese Sendung wird in Dolby Digital 5.1 Surround Sound übertragen. Die volle Surround-Qualität erleben Sie via Internet-Streaming auf Ihrem HbbTV-Gerät oder durch Direktaufruf der Streaming-URLs.
Mehr dazu in oe1.ORF.at - 5.1
Sendereihe
Gestaltung
- Nicole Brunner
Übersicht
Playlist
Komponist/Komponistin: Hans Werner Henze
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Ingeborg Bachmann /Libretto
Vorlage: Heinrich von Kleist /Vorlage: Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg
Gesamttitel: Salzburger Festspiele 2026 / Oper Der Prinz von Homburg
Gesamttitel: Der Prinz von Homburg - Oper in drei Akten / Gesamtaufnahme / (Fassung 1991) / Konzertante Aufführung
1.AKT: 1.Szene:
Titel: Da nun die Stunde schlägt -/ Homburg, Kurfürst, Kurfürstin, Natalie, Hohenzollern, drei Hofdamen, Offiziere
2.Szene
Titel: Ihr Herrn, der Marschall kennt den Schlachtentwurf - 2.Szene / Homburg, Kurfürst, Kurfürstin, Natalie, Dörfling, Hohenzollern, drei Hofdamen, Offiziere
3.Szene
Titel: Ein schöner Tag, so wahr ich Leben atme! / Homburg, Hohenzollern, Kottwitz, Offiziere
Titel: So ist es wahr, dass wir den Sieg erfochten? / Kurfürstin, Natalie, drei Hofdamen, Dritter Offizier, Homburg, Wachtmeister
Titel: Wer immer auch die Reiterei geführt / Kurfürstin, Natalie, drei Hofdamen, Kurfürst, Dörfling, Homburg, Kottwitz, Hohenzollern, Offiziere, Soldaten
2.AKT
3.AKT
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Ingo Metzmacher
Solist/Solistin: Maximilian Schmitt /Tenor, Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
Solist/Solistin: Tanja Ariane Baumgartner /Mezzosopran, Die Kurfürstin
Solist/Solistin: Kathrin Zukowski /Sopran, Prinzessin Natalie von Oranien
Solist/Solistin: Lauri Vasar /Bariton, Feldmarschall, Dörfling
Solist/Solistin: Georg Nigl /Bariton, Prinz Friedrich Artur von Homburg
Solist/Solistin: Anthony Robin Schneider /Bass, Obrist Kottwitz
Solist/Solistin: Magnus Dietrich /Tenor, Graf Hohenzollern
Solist/Solistin: Konstantin Igl /Tenor, 1. Offizier
Solist/Solistin: Gabriel Rollinson /Bariton, 2. Offizier
Solist/Solistin: Philipp Schöllhorn /Bass, 3. Offizier
Solist/Solistin: Hanna Park /Sopran, 1. Hofdame
Solist/Solistin: Freya Apffelstaedt /Mezzosopran, 2. Hofdame
Solist/Solistin: Brigitta Listra /Mezzosopran, 3. Hofdame
Solist/Solistin: Marcel Durka /Bariton, Wachtmeister / Zweiter Heiduck
Solist/Solistin: Johannes Bamberger /Tenor, Erster Heiduck
Länge: 125:00 min
Label: UE / Materialleihgebühr
