Eliane Radigue

DELPHINE MIGUERES/CC BY-SA 3.0

Zeit-Ton extended

In memoriam Eliane Radigue

Eliane Radigue: Pionierin der elektronischen Musik

Die französische Komponistin Eliane Radigue ist am 23. Februar 2026 im Alter von 94 Jahren in Paris verstorben. Eliane Radigue hat die elektronische, insbesondere die akusmatische Musik entscheidend mitgeprägt: Sie war eine der Pionierinnen, die sich im Paris der 1950er Jahre mit der musique concrète beschäftigten. Damals arbeitete sie als Assistentin des Komponisten und musique concrète-Pioniers Pierre Henry in dessen neugegründetem Pariser Studio. Durch mehrere Aufenthalte in den USA und durch ihre Ehe mit dem Objektkünstler Arman knüpfte Radigue Verbindungen zur dortigen Kunstszene und entdeckte den analogen Synthesizer ARP 2500 als ihr Hauptinstrument.

Er prägte den Stil ihrer meditativen, minimalistischen Kompositionen über Jahre hinweg. Mit ihrem letzten elektronischen Stück "L'ile resonante", das sie im Jahr 2000 komponiert hat, gewann sie 2006 die Goldene Nica des Prix Ars Electronica. Seither beschäftigte sich die Komponistin ausschließlich mit instrumentaler Musik und arbeitete mit namhaften Interpret:innen zusammen. Damit habe sie endlich das gefunden, was sie in der elektronischen Musik immer gesucht hatte, erzählte sie 2016 im Interview. Wir lassen einen Besuch bei ihr in Paris 2016 noch einmal Revue passieren.

In der zweiten Stunde dieses Zeit-Ton extended hören wir dann "L'île re-sonante" ihr 55-minütiges Werk für ARP 2500-Synthesizer, Serge Modular und Tonbandschleifen fast in voller Länge.

Auch das IMA, das Instituts für Medienarchäologie, das heute und morgen im still gelegten AKW Zwentendorf sein Jubiläum "20+" feiert, erinnert an die Pionierin der elektronischen Musik. Im dortigen Kühlraum kann man im Rahmen einer Konzertinstallation "Jetsun Mila" von Eliane Radigue erleben.

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