ORF/URSULA HUMMEL-BERGER
Gedanken für den Tag
Die Ambivalenz des Engels
Cornelius Hell, Literaturkritiker und Übersetzer, über die Himmelsboten in der Literatur und im eigenen Leben
27. August 2026, 06:57
Keine religiöse Vorstellung ist so beliebt wie die von den Engeln - selbst bei Dieben: Engelsfiguren werden am häufigsten gestohlen. Aber auch in der Literatur sind die Engel ungebrochen präsent: "Ich habe einen Engeltick. Raffael, Botticelli, Giotto, Hauptsache, es sind Flügel dran", sagt die Erzählerin in Cees Notebooms Roman "Paradies verloren". Und ihre Freundin weiß auch, warum: "Das kommt, weil du selbst fliegen können willst." Engel verkörpern viele menschliche Sehnsüchte: fliegen können, augenblicklich an jedem beliebigen Ort sein - und jederzeit verschwinden können. Engel sind sozusagen das positive, unproblematische Gesicht der Religion. Autorinnen und Autoren wie Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Else Lasker-Schüler, Friedrich Dürrenmatt oder Hans Magnus Enzensberger haben die Engel-Figur aufgegriffen. Und wer hat nicht schon einmal einen geliebten Menschen als Engel bezeichnet oder in Gefahr von einem Schutzengel geträumt?
Service
Sendereihe
Gestaltung
Playlist
Komponist/Komponistin: Arvo Pärt
Album: Duo Shum
Titel: Spiegel im Spiegel. Für Violine und Klavier. Fassung für Violoncello und Klavier
Solist/Solistin: Lisa Strauss /Violoncello
Solist/Solistin: Anastasia Rizikov /Klavier
Länge: 01:30 min
Label: Erato 5021732256928
EAN: 5021732256928
