Ö1 Hörspiel
"Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus
1974 hat Hans Krendlesberger im Wiener Funkhaus die ungekürzte Hörfunkfassung der "Letzten Tage" aufgenommen. Mitgewirkt haben so gut wie alle, die damals am Theater Rang und Namen hatten: Hans Holt, Axel Corti, Jane Tilden, Ewald Balser, Karl Paryla, Heinz Reincke, Marion Degler, Walther Reyer, Fred Liewehr, Franz Stoß, Klausjürgen Wussow u.v.a.
29. August 2026, 14:00
Es war die größte Hörspielproduktion in der Geschichte des Österreichischen Rundfunks: die Gesamtaufnahme von "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus im Jahr 1974.
Karl Kraus hat die "Letzten Tage der Menschheit" in den Jahren 1915 bis 1922, als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg geschrieben, den bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte. In mehr als 200 nur lose zusammenhängenden Szenen, die auf authentischen zeitgenössischen Quellen beruhen, wird die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges dargestellt. Karl Kraus: "Die unwahrscheinlichsten Gespräche, die hier geführt werden, sind wörtlich gesprochen worden, die grellsten Erfindungen sind Zitate. ... Die Mitwelt, die geduldet hat, dass die Dinge geschehen, die hier aufgeschrieben sind, stelle das Recht zu lachen, hinter die Pflicht zu weinen. Die unwahrscheinlichsten Taten, die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen."
Theatergänger dieser Welt, so schrieb Karl Kraus, vermöchten dem Stück nicht standzuhalten. Denn das Blut der "Letzten Tage" sei "Blut von ihrem Blute". Deshalb - und nicht wegen der Länge, die mit ca. zehn Abenden auch außergewöhnlich wäre - hat Karl Kraus sein Stück für unspielbar erklärt und einem "Marstheater" zugedacht.
Sendereihe
Gestaltung
- Kurt Reissnegger
