Peter Nadas

APA-IMAGES/AFP/PETER KOHALMI

Ex libris

In memoriam Peter Nadas

Ein Augenblick hat viele Teile. Der Schriftsteller Péter Nádas ist zu Gast bei Natasa Konopitzky.

Der ungarische Schriftsteller Peter Nadas ist tot. Er verstarb am Mittwoch, dem 26. August, im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Südwestungarn. Bereits seit seinen Monumentalromanen "Buch der Erinnerung" und "Parallelgeschichten" wurde Nadas regelmäßig als Anwärter auf den Literaturnobelpreis gehandelt.

Peter Nadas Lebensthema war die osteuropäische Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts. In seinem Memoirenband "Aufleuchtende Details" verknüpft Nadas seine persönliche Geschichte mit der politischen Geschichte Ungarns. Über die Nazi-Gräuel schrieb er immer wieder, genau wie über die brutal niedergeschlagene ungarische Revolution von 1956. Dass der Tod Nadas Schreiben bestimmte, hatte auch mit seiner Familiengeschichte zu tun. Nadas Mutter starb an Krebs, als er dreizehn war, drei Jahre später nahm sich sein Vater, enttäuscht vom Kommunismus, das Leben. Das sorgte für diesen eigenen Blick, den Nadas auf das Leben warf.

Eine Nahtoderfahrung machte Peter Nadas, als er 1993 mit 51 Jahren auf offener Straße einen Herzinfarkt erlitt. Darüber schrieb er in dem schmalen Band "Der eigene Tod". Peter Nadas hat auch als ausgebildeter Fotograf gearbeitet. Als solcher, aber auch als Schriftsteller, war er ein Meister des Perspektivenwechsels - vom Panorama sprang er zum Detail und vom Privaten zum Politischen. Es war ein Strom des Erzählens, der einen nicht zuletzt wegen seiner Musikalität mitriss.

Am 23. Jänner 2018 war Peter Nadas Gast in der Sendung "Punkt Eins" mit seinem damals gerade erschienenen Roman "Aufleuchtende Details. Memoiren eines Erzählers." In Erinnerung an Peter Nadas senden wir dieses Gespräch.

Gestaltung: Natasa Konopitzky und Zita Bereuter

Sendereihe

Gestaltung

  • Natasa Konopitzky
  • Zita Bereuter

Übersicht